Freitag, 23. April 2004

Austria-Meeting: Ostermaier, Koschischek und Demal erbringen EM-Limits für Madrid

  • Alexander Popow beim Rücken-Sprint Zweiter

Seit Samstag umfasst das österreichische Aufgebot für die Schwimm-EM in Madrid zwölf Aktive. Beim Ströck-Austria-Meeting in der Wiener Stadthalle schaffen Lukas Ostermaier (200m Rücken) und Marilies Demal (50m Rücken) das Limit. Am Samstag qualifiziert sich Birgit Koschischek mit einer Zeit von 57,15 Sek. über 100 m Kraul das Limit (57,28) für die EM. Den einzigen Heimsieg an den drei Turniertagen gelingt Mirna Jukic über 100m Brust. Dazu kamen ein zweiter und dritter Platz durch Fabienne Nadarajah und Petra Zahrl über 100m Delfin. Superstar Alexander Popow wurde im für ihn ungewohnten Rücken-Sprint Zweiter.

Demal hatte zwar schon Anfang März bei den Staatsmeisterschaften in Linz die EM-Norm erbracht, jedoch über 50 m Delfin nur als drittbeste VÖS-Athletin. Bei den Kontinental-Titelkämpfen in Spanien sind lediglich Zwei pro Nation und Strecke startberechtigt. Eine Startzusage in einem anderen Bewerb hatte der heimische Verband abgelehnt, für Demal-Coach Robert Michlmayr sind die jetzigen 30,25 Sekunden (Limit: 30,45) und Platz vier daher eine gewisse Genugtuung: "Marilies hat die richtige Antwort gegeben", meinte er.

Ob er die 14-Jährige in Madrid auch starten lässt, ist noch offen. Dagegen würde sprechen, dass sie sich auf ihre erste Jugend-EM von 15. bis 18. Juli in Lissabon konzentrieren soll. Ihre SV-Schwechat-Kollegin Nadarajah ist hingegen bereits ganz auf Madrid fixiert und auch schon in passender Form. In 1:00,93 verpasste sie Zahrls Rekord über 100 m Delfin um nur zwei Zehntel, durch eine etwas schwächere Schlussphase. Ungefährdete Siegerin wurde die polnische 200-m-Weltrekordlerin Otylia Jedrzejczak in 59,67.

Stark präsentierte sich Zahrl. Mit 1:01,13 legte sie ihre stärksten 100 m Delfin seit langem hin und war danach zuversichtlich, am Samstag über 200 m Delfin das Olympia-Limit zu erreichen. "Das sieht gut aus, ich bin sehr zufrieden", sagte die Wienerin. Ihre SC-Austria-Wien-Gefährtin Jukic war auf der mittleren Brustdistanz eine Klasse für sich. In 1:09,12 Minuten blieb die 18-Jährige nur 0,5 Sekunden über ihrer VÖS-Bestmarke. "Das ist gut, ich wollte 1:09 schwimmen."

Trainer-Vater Zeljko Jukic war mit seiner Tochter nicht ganz zufrieden: "Mit der Zeit schon, aber nicht mit der Technik. Das waren zu viele Züge.". Jukic ist übrigens erstmals in einem Wettkampf mit dem von Speedo neu entwickelten Anzug "Fastskin FSII" geschwommen und war danach etwas skeptisch: "Ich werde ihn noch probieren, glaube aber eher, dass ich wieder meine bisherigen Anzug nehmen werde."

Ostermaier schlug schon im Vorlauf zu, in 2:01,86 Minuten blieb er gleich um 1,12 Sekunden unter der Madrid-Norm. Für den 21-jährigen Studenten wird die EM sein erstes Großereignis sein. Pech hatte sein ASV-Wien-Kollege Sebastian Stoss, der Wiener musste wegen Zahnproblemen passen. "Bei den Staatsmeisterschaften war's ein Weisheitszahn rechts, jetzt links. Ich konnte zuletzt kaum schlafen." Vom Verband erhielt er nun die Sondergenehmigung, auch noch bei der Jugend-EM das Olympia-Limit angehen zu dürfen.

Oliver Schmich blieb über 50 m Rücken nur eine Zehntel über dem EM-Limit, Maxim Podoprigora war mit Platz neun und 1:04,23 über 100 m Brust nicht zufrieden. Sein bereits erbrachtes EM-Limit bestätigte Dominik Koll, der Linzer wurde über 200 m Kraul in 1:51,53 Fünfter.(apa/red)

23.4.2004 20:37