Donnerstag, 22. April 2004

Höhenweltrekord mit dem Gleitschirm: Ein Tiroler kratzte an der Stratosphäre!

  • Mike Küng verbesserte eigene Bestmarke auf 10.100 m
  • Rekordversuch bei Temperaturen bis zu minus 60 Grad

Der Tiroler Extremsportler "Mad" Mike Küng hat am Freitag Vormittag einen neuen Höhenweltrekord mit dem Gleitschirm aufgestellt. Mit einer Höhe von exakt 10.100 Metern überbot er dabei die bisherige Bestmarke um 830 Meter. Sein Rekordflug führte ihn bis an den Rand der Stratosphäre, eine extrem kalte sauerstoffarme Luftschicht, die ab etwa neun Kilometern Höhe beginnt und sich bis auf 50 Kilometer erstreckt.

Die Unternehmung war äußerst strapaziös: "Die Temperatur lag bei minus 60 Grad, auf mir bildete sich eine zentimeterdicke Eisschicht. Ich habe leichte Erfrierungen an den Lippen und Fingern erlitten", berichtete Küng im Gespräch mit der APA. "Mit der Aktion befanden wir uns total am Limit. Mein Kameramann im Ballon hat sein Bewusstsein verloren, ihm geht's aber schon wieder gut." Offensichtlich habe etwas mit dessen Sauerstoff-Beatmung nicht gestimmt, erklärte Küng-Sprecherin Ines Sattler.

Um in die eisigen, sauerstoffarmen Höhen zu gelangen, benutzte der gebürtige Vorarlberger, der in Tirol wohnt, einen Heißluftballon. Beim Aufstieg hing er an einer speziellen Vorrichtung, in der sich der zusammengefaltete Schirm befand.

Das Erlebnis der großen Höhe entlohnte den Gleitschirmathleten allerdings für die Strapazen: "Das ist der eigentliche Grund, warum wir das machen: Der Himmel ist schon mehr schwarz als blau, der Horizont krümmt sich. Der gigantischste Blick, den man sich vorstellen kann."

Nachdem er sich ausgeklinkt hatte, versuchte er mit Hilfe von speziellen Manövern so schnell wie möglich wieder in weniger lebensgefährliche Gefilde zu kommen, denn im Gegensatz zu Fallschirmabsprüngen öffnet sich ein Gleitschirm. Der Tiroler musste also mit Spiralflügen sein Tempo bis über 140 km/h beschleunigen, um wieder in tiefere Lagen zu kommen, in denen die Bedingen weniger widrig sind.

Unmotorisiert über den Ärmelkanal
Küng hält bereits die vergangenen zwei Höhenweltrekorde mit dem Gleitschirm und nimmt für sich in Anspruch, als erster Athlet unmotorisiert den Ärmelkanal überquert zu haben. Beraten wurde der Athlet unter anderem von Joschi Starkbaum, seines Zeichens fünffacher Höhenweltrekordhalter mit dem Heißluftballon.

Ein erster Anlauf am Donnerstag musste abgebrochen werden. Im Zuge von Kommunikationsproblemen mit der Flugsicherung wurde der weitere Aufstieg bei etwa 8.000 Metern untersagt. (APA/Red.)

Weitere Informationen:
MadMikeKung-Website

22.4.2004 09:10