Fed-Cup: Chancen gegen die Slowakei nach Hantuchova-Absage gestiegen
- Schett Spielerin mit bestem Einzelranking
- Bei Aufstieg wartet ein Heimspiel gegen die USA
Samstag und Sonntag wird es für Österreichs Tennis-Damen wieder ernst. Im Fed-Cup-Heimspiel wartet in St. Pölten die Slowakei. Babsi Schett, Barbara Schwartz, Patricia Wartusch und Sybille Bammer treffen in der ersten Runde auf den Fed-Cup-Sieger 2002. Im Falle eines Sieges wartet - neben dem Verbleib in der Weltgruppe - ein lukratives Heimspiel gegen die USA im Juli. TW1 überträgt ab Samstag 14:30 live.
Fed-Cup-Kapitän Alfred Tesar sieht die Ausgangslage nach der Absage von Daniela Hantuchova verbessert. "Die Chancen sind sicher gestiegen. Hantuchova ist doch ein anderes Format, auch wenn die anderen Spielerinnen im Ranking auch ganz gut sind. Aber Schett hat jetzt von allen Teilnehmerinnen als 55. das beste Ranking." Die Slowakinnen treten mit Lubomira Kurhajcova (WTA-Ranking 65), Martina Sucha (70), Ludmila Cervanova (72) und Janette Husarova (161) an. Letztere ist im Doppel sehr stark, was sie zuletzt mit dem Titel in Estoril bewiesen hat. Sie ist nun 14. im Doppelranking.
Ein fixes Einzel-Leiberl im Team hat laut Tesar nur Schett, und auch das Doppel Schett/Wartusch ist vorläufig erste Wahl für den Kapitän. Die zweite Einzelspielerin muss sich im Training empfehlen, das ÖTV-Team reiste am Dienstag in die niederösterreichische Hauptstadt.
Schwartz steht erstmals seit ihrem tollen Fed-Cup-Jahr 2002 (4:0 Siege, darunter auch Hauptanteil am Sensationserfolg auswärts über die USA) wieder im rot-weiß-roten Aufgebot. Die Langzeitverletzte lässt sich angesichts dieser Erinnerungen aber nicht beunruhigen: "Ich setze mich nicht unter Druck, denn ich brauche einfach noch Zeit. In erster Linie bin ich froh, wieder im Team zu sein." Die Niederösterreicherin, an der Traisen quasi "Lokalmatadorin", sieht ihr Team trotz der Hantuchova-Absage im Gegensatz zu Tesar in der Außenseiter-Rolle: "Hantuchova macht nicht den großen Unterschied. Die Slowakei hat mehrere Spielerinnen in den Top 100, die haben eine große Auswahl. Aber wir haben Chancen und wir müssen diese über den Kampf finden."
Der bisher größte Fed-Cup-Erfolg der Gäste aus dem künftigen EU-Land Slowakei datiert aus dem Jahr 2002, als das Team um eine damals in sehr guter Form befindliche Hantuchova im Final Four auf Gran Canaria den Titel holte. Und zwar mit einem Finalsieg über Spanien, das zuvor Österreich im Halbfinale mit 3:2 bezwungen hatte. Für den ÖTV war die zweite Halbfinal-Teilnahme (neben 1990) ebenfalls das bisher beste Abschneiden im Fed Cup.
Tennis Austria kalkuliert für diese Heimpartie freilich nicht mit dem großen Geld. "Wenn alle Beteiligten ihre Versprechen einhalten, werden wir einen kleinen Gewinn machen, sonst steigen wir pari aus", meint ÖTV-Generalsekretär Martin Reiter, der zumindest 1.000 Zuschauer erwartet. Allerdings hofft er auf einen Sieg, der dann am 10./11. Juli mit den USA (müssen dazu an diesem Wochenende in Slowenien reüssieren) ein lukratives Heimspiel gegen eine der besten Nationen der Welt bedeuten würde. "Wir beißen sozusagen jetzt in den sauren Apfel, in der Hoffnung, dass er im Juli dann umso süßer wird", sagte Reiter.
Ein Sieg über die Slowakei würde dem ÖTV-Team wohl auch die Zugehörigkeit zur Weltgruppe I ab 2005 sichern. Erst im September soll die Wiedereinführung eines bereits einmal gewählten Modus beschlossen werden, nachdem die besten acht Nationen in der Weltgruppe I und die nächsten acht in der Weltgruppe II spielen sollen.
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