Beteiligung bei Bundespräsidentenwahl auf historischem Tiefststand
- Nur 70,76 Prozent gaben ihre Stimme ab
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Mit 70,76 Prozent - nach dem vorläufigen Endergebnis ohne Auslands-Wahlkarten - ist die Wahlbeteiligung bei der Bundespräsidentenwahl auf einen neuen Tiefststand gefallen. Vor sechs Jahren, bei der Wiederwahl von Thomas Klestil, hatten noch 74,4 Prozent ihre Stimme abgegeben - und das, obwohl das Ergebnis von Anfang an praktisch fest gestanden war.
Als Grund für ihr Fernbleiben gaben die Nichtwähler in einer OGM-Wahltagsbefragung für den ORF (881 Telefoninterviews) vor allem an, das Amt für überflüssig oder beide Kandidaten für ungeeignet zu halten.
Als überflüssig haben 29 Prozent der Nichtwähler das Amt bezeichnet, 25 Prozent halten beide Kandidaten für ungeeignet. 20 Prozent machten politisches Desinteresse geltend, weitere 17 Prozent sagten, sie seien persönlich verhindert gewesen. Die restlichen neun Prozent gaben andere Gründe an bzw. machten keine Angabe.
Stetiger Rückgang der Beteiligung
Bis 1974 war die Wahlbeteiligung bei Präsidentenwahlen immer in einer Größenordnung von 95 Prozent gelegen. 1980, bei der Wiederwahl Rudolf Kirchschlägers, waren dann 91,6 Prozent zu den Urnen gegangen, 1986 - gewählt wurde Kurt Waldheim - wurde erstmals ein Wert unter 90 Prozent verzeichnet. 1992, bei der ersten Wahl von Thomas Klestil, folgte dann ein Rückgang auf 84,4 Prozent im ersten bzw. 80,9 Prozent im zweiten Wahlgang.
Fast jeder zweite Vorarlberger blieb daheim
Nach Bundesländern zeigen sich deutliche Unterschiede. In Vorarlberg sind lediglich 54,53 Prozent zu den Urnen gegangen. Das Bundesland mit der zweitschlechtesten Beteiligung war Wien mit 63,56 Prozent, es folgen Salzburg (66,04), Kärnten (66,49) und der Steiermark (68,09 Prozent). Tirol, das einzige Bundesland mit Wahlpflicht, brachte es auf 69,76 Prozent.
Eifrige Burgenländer
Die eifrigsten Wähler waren mit 87,60 Prozent die Burgenländer. 1998 hatten diesen Ehrenplatz - damals noch mit Wahlpflicht - die nunmehrigen Wahlmuffel in Vorarlberg. Die Nummer 2 in Sachen Wahlbeteiligung ist Niederösterreich mit 82,27 Prozent, Oberösterreich kam auf 72,06 Prozent.
(apa/red)
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