Donnerstag, 22. April 2004

Spannendes Finish im Rennen um die Hofburg: Die Tipps der Meinungsforscher!

  • Experten in NEWS: 3x Fischer, 2x unentschieden
  • PLUS: Stimmen Sie mit - Wer soll Präsident werden?

Heute geht es um eine Schicksalswahl für die beiden Großparteien ÖVP und SPÖ: Wer den nächsten Bundepräsidenten stellt, hat wohl für die nächsten Monate kräftigen Rückenwind, wer verliert, hat eine Führungsdebatte am Hals. Hoffnungen gibt es hüben wie drüben, von denen man frühestens Samstagnacht, wenn die Parteiinstitute die letzten Großumfragen auswerten, wissen wird, ob sie aufgehen können. Prognosen wagen die Demoskopen trotzdem schon jetzt in NEWS:

  • Fritz Karmasin, Gallup
    Heinz Fischer hat die höhere Sieg-Wahrscheinlichkeit. Es ist aber keineswegs so, dass er sich dazu schon gratulieren lassen kann. Benita Ferrero-Waldner hatte zuletzt steigende Tendenz und ist ihrem Konkurrenten bis auf zwei Prozent nahe gekommen - das liegt innerhalb der Schwankungsbreite und ist rein statistisch gesehen in der letzten Phase durchaus umdrehbar.

  • Wolfgang Bachmayer, OGM
    Eine Überraschung schließe ich eigentlich aus, weil es über einen längeren Zeitraum ein sehr stabiles Meinungsbild gibt. Und da liegt Heinz Fischer deutlich mit vier bis sechs Prozent vor Benita Ferrero-Waldner. Dazu kommt, dass er auch im APA-OGM-Vertrauensindex einen deutlichen Respektabstand von 42:31 hat, und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Menschen jemanden wählen, dem sie weniger vertrauen. Eine Bundespräsidentenwahl ist im Wesentlichen eine Vertrauensabstimmung. Insofern kann ich mich über Kopf-an-Kopf-Szenarien nur wundern, das halte ich für strategische Ansagen.

  • Peter Ulram, Fessel-GfK
    Ich erwarte ein sehr knappes Ergebnis - das aus heutiger Sicht nach beiden Richtungen total offen ist. Wenn die Umfragewerte derart knapp beisammen liegen wie diesmal, dann lässt sich für einen seriösen Meinungsforscher keine irgendwie verlässliche Prognose treffen. Es wäre für mich wirklich überraschend, wenn die Differenz zwischen beiden Kandidaten größer als zwei Prozent betragen würde.

  • Werner Beutelmeyer, market
    Von einem Kopf-an-Kopf-Rennen, wie es in der Karwoche kurz ausgesehen hat, kann jetzt keine Rede mehr sein. Ich rechne aufgrund unserer letzten Umfrage vom vorigen Samstag (Laut Rohdaten 39:33 für Fischer) mit einem klaren Sieg für Heinz Fischer.

  • Günther Ogris, SORA
    Ich warte mit meiner Einschätzung unsere letzte Umfrage ab. Da wir für den ORF erneut die Hochrechnung machen, ergibt sich die Problematik, dass beim Wahlverhalten regionale Unterschiede in den vergangenen Jahren stärker zum Tragen kamen: Am Land wählt man wieder konservativer, in größeren Städten geht der Trend verstärkt zu SPÖ und Grünen. (red)

    22.4.2004 09:22