Dienstag, 20. April 2004

Malta: Der Zwerg unter den Neuen - Kandidaten-Porträt zur EU-Erweiterung

  • Inselstaat mit sechs Inseln und ohne Flüsse

Malta ist der mit Abstand kleinste EU-Beitrittskandidat; die Insel ist nicht nur kleiner als Wien, sie hat auch nur ungefähr ein Drittel der Einwohner unserer Bundeshauptstadt. Obwohl von Wasser umgeben, gibt es auf Malta keine Flüsse. Auch Berge findet man auf der suptropischen Insel nicht.

Der Kleinstaat südlich von Sizilien besteht aus den Inseln Malta, Gozo, Comino, Cominotto, Filfla und St. Pauls Island und erstreckt sich über 316 Quadratkilometer. Das Land hat knapp 400.000 Einwohner und damit ungefähr so viele wie Luxemburg. Hauptstadt ist Valletta, größte Stadt des Landes ist Birkirkara mit 21.350 Einwohnern. Amtssprachen des Landes sind Maltesisch und Englisch, Italienisch ist Umgangssprache. Malta ist seit 1974 eine unabhängige Republik, die dem Commonwealth angehört.

Staatsoberhaupt des Landes ist sei April 1999 Guido de Marco von der konservativen Partit Nazzjonalista. Seit März 2004 wird die Regierung von Marcos Parteifreund Lawrence Gonzi geführt. Den Antrag zur Aufnahme in die Europäische Union stellte das Land bereits im Juli 1990. Die Maltester sind gegenüber der EU-Mitgliedschaft eher skeptisch eingestellt, was sich auch im Referandum im März 2003 bemerkbar machte. Nur 53,6 Prozent der Bevölkerung stimmten für den Beitritt zur Union, so wenige, wie in keinem anderen Land.

2002 wuchs die Wirtschaft des Inselstaates um 1,7 Prozent. Die maltesische Wirtschaftsleistung ist maßgeblich vom Tourismus abhängig. Das BIP wird zu 71 Prozent im Dienstleistungssektor erbracht, fast 72 Prozent der Beschäftigten arbeiten in diesem Bereich. Die Landwirtschaft macht am BIP einen Anteil von drei und die Industrie von 26 Prozent aus. Zwei Prozent der Erwerbstätigen arbeiten in der Landwirtschaft, 26 Prozent in der Industrie.

Die Arbeitslosigkeit des Landes lag 2003 bei 8,2 Prozent. Die Inflation betrug 2001 2,9 Prozent und das Haushaltsdefizit 2003 lag bei 9,7 Prozent. Die Staatsverschuldung betrug 2002 61,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Neuer Kommissar
Der 52-jährige Joe Borg ist seit 1999 Außenminister des Inselstaates, zuvor übte er das Amt des Staatssekretärs im Auswärtigen Amt aus. Bevor Borg 1995 ins Parlament einzog, war er drei Jahre lang Direktor des Verwaltungsrates der Zentralbank von Malta.

20.4.2004 14:31