Kein Ende der Gewalt im Irak: Zahlreiche Todesopfer bei Gefechten und Anschlägen
- US-Kommandeur will zusätzliche Soldaten anfordern
- Auch polnische Soldaten in Kämpfe verwickelt
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Bei neuen schweren Zusammenstößen zwischen Besatzungssoldaten und Aufständischen im Irak sind am Samstag zahlreiche Menschen getötet worden. Unbekannte Angreifer beschossen ein US-Armeelager in Taji nördlich von Bagdad und töteten dabei fünf amerikanische Soldaten. Polnische Soldaten lieferten sich im südirakischen Kerbala ein Gefecht mit Aufständischen, bei dem fünf Iraker ums Leben kamen. Bei einer Explosionsserie im Bagdader Schiitenviertel Sadr City starben mindestens acht Einheimische. Angesichts der anhaltenden Unsicherheit erwägt US-Zentralkommandochef John Abizaid zusätzliche Soldaten anzufordern.
Die US-Basis in Taji sei von einem Lkw aus mit Raketen beschossen worden, sagte eine Armeesprecherin. Sechs Soldaten hätten Verwundungen davongetragen, drei von ihnen seien schwer verletzt. Ein zur Hilfe gerufener US-Armeehubschrauber habe den Lkw der Angreifer zerstört.
Auch polnische Truppen in Gefechte verwickelt
Die polnischen Besatzungssoldaten erwiderten nach Armeeangaben das Feuer, nachdem sie in der Nacht zu Samstag bei Kerbala unter Beschuss geraten waren. Die Angreifer seien offenbar dabei gewesen, einen größeren Angriff vorzubereiten, sagte der polnische Sprecher. Sie hätten einen Graben ausgehoben und seien im Besitz von Granaten und Maschinengewehren gewesen. Die Polen seien unversehrt davongekommen.
Anschläge in Sadr City
Nach den tödlichen Explosionen im Bagdader Schiitenviertel Sadr City zählten örtliche Krankenhausmitarbeiter neben den acht Toten 33 Verletzte. Es habe drei Detonationen gegeben, auf einem Markt, im Viertel el Habibia und im Viertel el Schawader, berichteten Reporter der Nachrichtenagentur AFP. Sie sahen dort verbrannte und von Kugeln getroffene Autowracks. Die Ursache der Explosionen war zunächst unklar.
Bei der Explosion einer Autobombe nahe einer US-Basis im Stadtzentrum von Tikrit starben am Samstag vier irakische Polizisten. 16 Menschen wurden nach Polizeiangaben verletzt, unter ihnen zwölf Polizisten.
Noch mehr US-Soldaten in den Irak?
Die USA werden ihre Truppenzahl im Irak nach Einschätzung von Zentralkommandochef John Abizaid vorerst nicht verringern können. "Wenn die Lage so bleibt wie sie ist", müssten abziehende Truppen umgehend ersetzt werden, zitierte die "New York Times" am Samstag den für die US-Truppen im Nahen und Mittleren Osten zuständigen General. Notfalls müsste die bisherige Truppenstärke von 135.000 Soldaten erhöht werden. Abizaid erwägt nach Informationen der Zeitung, mehr Soldaten anzufordern, sollten weitere Länder aus der Kriegsallianz ihre Soldaten abziehen. US-Außenminister Colin Powell bat mehrere Koalitionspartner, die Möglichkeit zu prüfen, ihre Kontingente im Irak aufzustocken.
(apa/red)
