Freitag, 23. April 2004

Ariel Sharon: Keine Schonung für Arafat, Versprechen an USA nicht mehr gültig

  • Sharon: "Bin an diese Zusage nicht mehr gebunden"
  • El-Aksa-Männer verlassen Ramallah

Israels Ministerpräsident Ariel Sharon sieht sich nach eigenen Worten nicht mehr an sein Versprechen an die USA gebunden, Palästinenser-Präsident Yasser Arafat keinen Schaden zuzufügen. Dies erklärte der Premier am Freitag.

Er habe bei seinem ersten Treffen mit US-Präsident Bush dessen Bitte zugestimmt, Arafat körperlich nicht zu schaden, sagte Sharon am Freitag dem Sender Channel Two. "Aber ich bin an diese Zusage nicht mehr gebunden. Was Arafat betrifft, löse ich mich von dieser Verpflichtung." Er habe Bush bei seinem Besuch in Washington in der vergangenen Woche von der veränderten Haltung in Kenntnis gesetzt.

Aus Furcht vor einem israelischen Angriff hatten zwölf Mitglieder der gewalttätigen El-Aksa-Brigaden am Donnerstag ihren Unterschlupf im Hauptquartier Arafats in Ramallah verlassen. Ein Führungsmitglied von Arafats Fatah-Organisation, zu der die Brigaden gehören, hatte gesagt, die Männer seien davon überzeugt, dass es besser sei, das Gelände zu verlassen als eine Verletzung Arafats oder eine Verschärfung seines Belagerungszustandes zu riskieren.

USA lehnen Tötung weiter ab
Die USA haben bekräftigt, dass sie eine Tötung von Palästinenser-Präsident Yasser Arafat ablehnen. Zuvor hatte sich Israels Ministerpräsident Ariel Sharon von dem Versprechen gelöst, Arafat keinen Schaden zuzufügen. "Die US-Position hat sich in keiner Weise verändert", sagte US-Außenamtssprecher Richard Boucher am Freitag.

(apa)

23.4.2004 19:51