Donnerstag, 22. April 2004

Trotz verstärktem Truppenabzug: Irak-Koalition will Präsenz verstärken

  • Weißes Haus: "Die Entschlossenheit ist fest"
  • Polen nährte Zweifel am Verbleib seiner Truppen

Nach dem angekündigten Truppenabzug von Spanien, Honduras und der Dominikanischen Republik haben andere Koalitionsmitglieder der USA ihre Treue versichert. Der ukrainische Präsident Kutschma sagte, die 1.650 Soldaten seines Landes werden "bis zum Schluss" im Irak bleiben. Die dänische Armee will ihre Präsenz im Irak dagegen verstärken.

Georgien will seine Truppe im Irak bis Juni sogar von 160 auf 550 Mann aufstocken, kündigte ein ranghoher Militär in Tiflis an. Pakistan erwägt indes die Entsendung von Soldaten zum Schutz von UNO- Mitarbeitern im Irak.

Der bulgarische Außenminister Passi bekräftigte ebenfalls den Verbleib der im Irak stationierten Soldaten des Balkanlandes. Allerdings sollen in Kürze 23 der 450 Mann in die Heimat zurückkehren.

Dagegen ließen Äußerungen des scheidenden polnischen Ministerpräsidenten Miller Zweifel an der Entschlossenheit Warschaus zum Verbleib im Irak aufkommen. Polen könne die Entscheidung Spaniens und der Lateinamerikaner für den Truppenabzug "nicht ignorieren", sagte Miller am Mittwoch.

In den USA herrschte derweil Optimismus, einen weiteren Zerfall der Kriegskoalition verhindern zu können. "Die Koalition bleibt stark und die Entschlossenheit ist fest", sagte ein Sprecher des Weißen Hauses am Mittwoch. US-Generalstabschef Myers räumte unterdessen bei einer Parlamentsanhörung am Mittwoch ein, dass die USA möglicherweise weitere Truppen in den Irak entsenden müssten.

Der pakistanische Außenminister Kasuri sagte am Donnerstag am Rande eines Treffens der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) in Malaysia, sein Land könnte Truppen zum Schutz der UNO im Irak bereitstellen.
(apa)

22.4.2004 07:53