Katholiken in aller Welt gratulieren: Papst Johannes Paul II. wurde 84 Jahre alt!
- Nur kleine Feier: Pontifex ignorierte Ehrentag
- PLUS: Neue Autobiografie des Kirchenoberhaupts!
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von Johannes Paul II.
·Die längsten und kürzesten Pontifikate
Johannes Paul II. war von
1978 bis 2005 im Amt
Papst Johannes Paul II. beging seinen 84. Geburtstag. Der schwer kranke Kirchenführer feierte wie üblich allerdings nicht groß, sondern lediglich im engen Kreis einiger Vertrauter. Zugleich erschien in mehreren europäischen Ländern seine neue Autobiografie "Auf, lasst uns gehen!", in dem Karol Wojtyla über seine Jahre als Priester und Bischof im polnischen Krakau erzählt.
Kraft seiner Worte, seiner beispiellosen moralischen Autorität und der Dauer seines Pontifikats hat der Pontifex inzwischen jenen Grad an Zeitlosigkeit erreicht, der historischen Figuren gebührt. Der Geburtstag des Papstes ist nur ein Glied in einer Kette von Jubiläen der vergangenen Monate. Im Oktober feierte Johannes Paul II. den 25. Jahrestag seiner Wahl zum Papst, und im März wurde sein Pontifikat zum inzwischen drittlängsten in der beinahe zwei Jahrtausende währenden Geschichte des Papsttums. Beobachtern, die seit Jahren über ein bald bevorstehendes Ende der Ära Johannes Paul II. munkeln, strafte er bisher Lügen.
Zwangsarbeit unter den Nazis
Niemand konnte am 18. Mai 1920 ahnen, das der soeben in Wadowice bei Krakau geborene polnische Schneidersohn Karol Wojtyla später einmal von seinen zahlreichen Bewunderern wie Kritikern in die Reihe der herausragenden Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts eingereiht werden sollte. Im Alter von acht Jahren verlor er seine Mutter. Der Vater starb, als Wojtyla 21 Jahre alt war. Sein Studium musste er nach dem Einmarsch der Nazis in Polen unterbrechen und stattdessen Zwangsarbeit leisten.
Ein Jahr nach Kriegsende wurde er zum Priester geweiht. Nach einigen Jahren als Theologieprofessor begann ein rascher Aufstieg in der Kirchenhierarchie: Mit 43 Jahren wurde er 1964 Erzbischof von Krakau, nahm am Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) teil und wurde 1967 zum Kardinal ernannt.
1978 Wahl zum Kirchenoberhaupt
Am 16. Oktober 1978 wählte das Kardinalskollegium Wojtyla mit 58 Jahren zum Oberhaupt von damals weltweit mehr als 800 Millionen Katholiken. Er wurde damit Nachfolger des nur 33 Tage amtierenden Johannes Paul I. und der erste Nicht-Italiener auf dem Apostolischen Stuhl seit mehr als viereinhalb Jahrhunderten.
An den jungen sportlichen Papst knüpften sich zunächst viele Hoffnungen. Johannes Paul II. entwickelte schnell seinen eigenen Stil: weg vom Pomp und hin zum Kontakt mit einfachen Menschen. Auf seinen zahlreichen Reisen in alle Welt legte er mehr als eine Million Kilometer per Flugzeug, Zug oder Auto zurück. Innerkirchlich wurde der anfängliche "Jugendpapst" mit zunehmenden Alter immer konservativer. Viele Katholiken werfen dem treuen Marienverehrer vor, die gesellschaftliche Realität zu verkennen. (apa/red)
