US-Verbündete im Irak schwinden: Nach Spanien beendet Norwegen Einsatz im Juni!
- Jetzt erwägt auch Polen Truppenabzug aus dem Irak.
- Vermisster dänischer Geschäftsmann tot
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Die USA verlieren im Irak immer mehr Verbündete: Der angekündigte Truppen-Abzug Spaniens hat einen Dominoeffekt ausgelöst. Nach den Honduras und der Dominikanischen Republik will jetzt auch Norwegen nach Auslaufen des jetzigen Mandats (30. Juni) seine Truppen abziehen. Auch Polen überlegt den Rückzug aus dem Irak! Zwischenzeitlich ist ein im Irak vermisster dänischer Geschäftsmann tot aufgefunden worden. Das teilte das Außenministerium in Kopenhagen mit. Die Leiche des Vermissten sei am 12. April von irakischen Polizisten gefunden worden, hieß es. Der Mann wurde seit dem 11. April vermisst.
Der Norwegen wird seine derzeit im Irak stationierten Pioniertruppen nach Auslaufen des jetzigen Mandats am 30. Juni abziehen. Das bekräftigte der norwegische Außenminister Jan Petersen. Petersen begründete den geplanten Abzug mit einer Verstärkung des norwegischen Engagements in Afghanistan.
"Ich sage nicht, dass es keine guten Gründe für einen Verbleib der Truppen (im Irak) gäbe, aber es ist auch wichtig, dass Norwegen in Afghanistan seine Arbeit macht." Dies habe die höhere Priorität, sagte Petersen am Mittwoch bei der Fragestunde im Parlament in Oslo.
Trotz diesbezüglicher Rückfragen der linken Opposition vermied es Petersen, die amerikanische Besatzung als "Okkupation" zu bezeichnen und sprach sich dagegen aus, dass alle internationalen Friedenssicherungstruppen demnächst abgezogen werden sollten - das wäre das falsche Signal, so der Außenminister.
Polen erwägt Truppenabzug aus dem Irak
Als Reaktion auf den angekündigten Truppenabzug Spaniens erwägt auch Polen das Ende seiner Irak-Mission. Der von Madrid angeordnete Rückzug könne nicht ignoriert werden, sagte Ministerpräsident Leszek Miller am Mittwoch der polnischen Nachrichtenagentur PAP. "Wir werden keine vorschnellen Gesten machen. Die endgültige Entscheidung über den Abzug wird abgesprochen und überdacht. Aber das Problem besteht." Der Tatsache, dass Soldaten aus Spanien und anderen Staaten den Irak verlassen, könne man sich nicht verschließen.
Nach Spanien und Honduras hatte am Dienstagabend auch die Dominikanische Republik angekündigt, ihre Soldaten aus dem Irak abzuziehen. US-Außenminister Colin Powell rief die verbleibenden Mitglieder der Irak-Koalition zur Einhaltung ihrer militärischen Verpflichtungen auf.
Auch Dominikanische Republik zieht Soldaten ab
Auch die Dominikanische Republik will ihre im Irak stationierten rund 300 Soldaten binnen zwei Wochen abziehen. "Die Truppen werden dort in Kürze abziehen, nächste oder übernächste Woche sind sie wieder hier", sagte der Streitkräfteminister Jimenez am Dienstag. Der dominikanische Verband war bisher in die von Spanien geführte Brigade "Plus Ultra" integriert.
Noch am Montag hatte Präsident Hipolito Mejia versichert, dass die Dominikaner wie vorgesehen bis zum 1. Juli im Irak blieben. Honduras hatte am selben Tag angekündigt, seine ebenfalls in der spanischen Brigade integrierten 370 Soldaten so schnell wie möglich nach Hause zu holen.
Damit sind mittlerweile schon zwei Staaten dem am Wochenende von Spanien verkündeten Truppenabzug aus dem Irak gefolgt. Insgesamt haben rund 30 Staaten Truppen in das von den USA angegriffene und besetzte Land entsandt. (apa)
