Wegen Rückzug aus Irak: Bush übt heftige Kritik an Spaniens Premier Zapatero
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"Zapateros Haltung ist sehr klar, wir teilen sie"
Nach dem spanischen Rückzug zieht auch das lateinamerikanische Land Honduras seine Truppen aus dem Irak ab. Die 370 Soldaten werden "in kürzester Zeit" abgezogen, sagte Staatspräsident Ricardo Maduro am Montagabend (Ortszeit). Am Montag hatte die spanische Regierung bekannt gegeben, dass der Rückzug ihrer Truppen bereits begonnen habe. US-Präsident George W. Bush übte in einem Telefonat mit dem spanischen Ministerpräsidenten Jose Luis Rodriguez Zapatero heftige Kritik an der Entscheidung Madrids.
"Ich habe den Staaten der Koalition mitgeteilt, dass die Truppen aus dem Irak abgezogen werden", sagte Präsident Maduro in seiner Ansprache. "Meine Regierung hat die Situation im Irak analysiert ... und schon vor einem Monat habe ich mich entschieden, keine neuerliche Erlaubnis (des Parlaments) für die Präsenz unserer Truppen diesem Land anzusuchen."
Die honduranischen Soldaten waren bisher Teil der von Spanien geführten Brigade "Plus Ultra". Dieser gehören auch Einheiten aus El Salvador und der Dominikanischen Republik an. Die Regierungen dieser beiden Länder teilten jedoch mit, sie wollten ihre insgesamt 679 Soldaten nicht vorzeitig abziehen. Dagegen sagte der spanische Verteidigungsminister Jose Bono, die 1.300 spanischen Soldaten würden innerhalb der nächsten sechs Wochen in ihre Heimat zurückkehren.
Heftige Kritik von Bush an Spanien
Bush äußerte in einem fünfminütigen Telefonat mit Zapatero in "scharfer diplomatischer Sprache" seine Enttäuschung über die Entscheidung des neuen spanischen Premiers, verlautete am Montag aus Regierungskreisen. Ein Sprecher des US-Präsidialamtes sagte, Bush habe den sozialistischen Regierungschef vor Schritten gewarnt, die "Terroristen ein falsches Signal der Sicherheit" geben könnten.
Das US-Außenministerium hatte sich zuvor "überrascht" über die "abrupte" Entscheidung Spaniens gezeigt. Zapateros konservativer Vorgänger, Jose Maria Aznar, war einer der stärksten Verbündeten Bushs im Irak. Der sozialistische Politiker hatte bereits vor Monaten im Wahlkampf den Rückzug der spanischen Soldaten versprochen, sollten die Besatzungstruppen nicht bis 30. Juni unter das Oberkommando der UNO gestellt werden. Er hatte den Irak-Krieg und die folgende Besatzung als "Katastrophe" bezeichnet.
Berlusconi unbeeindruckt
Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi zeigte sich am Montagabend in Rom unbeeindruckt von der Rückzugsankündigung Spaniens. Die 3.000 italienischen Soldaten würden ihre "Friedensmission" im Irak fortführen. Durch die neue spanische Position könne Italien nun "aus einem bestimmten Blickwinkel" Vorteil aus dem Umstand ziehen, dass es nun
als der engste Verbündete der USA in Kontinental-Europa betrachtet werden könne, erklärte der italienische Regierungschef weiter. Vor Reportern sagte Berlusconi, bezüglich der drei als Geiseln gehaltenen Italiener sei er "vorsichtig optimistisch". Die Regierung tue alles, um die Entführten frei zu bekommen.
(apa/red)
