Spanien zieht Truppen aus Irak ab: Bush bedauert Entscheidung!
- Spanier werden innerhalb von 6 Wochen abziehen
- US-Armee will Frieden: Einigung in Falluja
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Schiitenführer al Sadr: Keine weiteren Angriffe
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"Zapateros Haltung ist sehr klar, wir teilen sie"
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für Geiseln zahlen
Auch der Papst appelliert an Entführer im Irak
Die Gewalt im Irak wurde Spanien zuviel: Die neue Regierung unter dem Sozialisten Zapatero entschloss sich nun dazu die Truppen aus dem Irak abzuziehen. US-Präsident Bush bedauert diese Entscheidung. Zwischenzeitlich haben sich die Bewohner der westirakischen Stadt Falluja mit der US-Armee auf eine Rahmenvereinbarung zur Beilegung der Krise in der belagerten Aufständischen-Hochburg geeinigt.
Der Sprecher der US-Zivilverwaltung, Dan Senor, sagte, das Abkommen sehe unter anderem gemeinsame Patrouillen amerikanischer Soldaten mit irakischen Sicherheitskräften in Falluja vor. Der freie Zugang zu den Krankenhäusern der Stadt solle ab sofort wieder möglich sein. Wann genau der Belagerungsring um Falluja aufgelöst werden soll, sagte er nicht.
Vertreter der US-Besatzung und Gesandte aus Falluja riefen die Widerstandskämpfer in der seit zwei Wochen umstellten Stadt zur Abgabe ihrer Waffen auf. Die US-Truppen sagten zu, während einer Entwaffnung auf weitere Militäraktionen zu verzichten. Brigadegeneral Mark Kimmitt betonte jedoch, bei einem Scheitern der Vereinbarung würden die US-Soldaten die Stadt in Kürze einnehmen. Zuvor hatten die Marineinfanteristen nach eigenen Angaben weiteren Bewohnern Fallujas erlaubt, die Stadt zu verlassen. Rund ein Drittel der Einwohner ist während der seit 15 Tagen anhaltenden Belagerung bereits geflohen.
Die US-Marineinfanterie gab unterdessen bekannt, sie habe den Bau von zwei 1,5 Meter hohen Wällen im Norden und Süden von Falluja abgeschlossen. Die Wälle seien errichtet worden, "um Schutz vor feindlichem Feuer zu bieten und den Zugang des Feindes zur Stadt zu begrenzen", hieß es.
In der Umgebung der heiligen Stadt Najaf blieb es am Montag ruhig. Die Bewegung des radikalen Schiiten-Predigers Muktada al Sadr hatte wegen der religiösen Feiertage eine Einstellung aller militärischen Operationen bis Mittwoch angekündigt. Dort halten sich wegen des Gedenkens an den Tod des Propheten Mohammed derzeit zwei Millionen schiitische Pilger auf. In Najaf würden die Verhandlungen mit den Aufständischen, die zum Großteil Kämpfer Sadrs seien, fortgesetzt, sagte US-Sprecher Dana Pittard. Bei Kämpfen in den vergangenen Tagen waren in den Außenbezirken bis zu 40 irakische Widerstandskämpfer getötet worden, wie Pittard weiter berichtete.
US-Präsident George W. Bush bedauerte in einem Telefonat mit dem neuen spanischen Regierungschef Jose Luis Rodríguez Zapatero den angekündigten Rückzug Spaniens aus dem Irak. Kritik an Zapateros Entscheidung übten auch Australien und Rumänien, die Soldaten in Irak haben.
Unterdessen versicherte Kimmitt in Bagdad, dass der Abzug der spanischen Truppen zu keinen militärischen Problemen führen werde : "Es wird zu keinem Zeitpunkt in der Region ein Sicherheitsvakuum geben". Die Spanier planten keinen überstürzten, sondern einen geordneten Abzug und könnten schnell ersetzt werden. Nach dem von Spanien angeordneten Truppenabzug rief Sadr seine Anhänger auf, keine spanischen Soldaten mehr anzugreifen. In einer von Sadrs Büro herausgegebenen Erklärung hieß es, die Iraker sollten "die Sicherheit der spanischen Soldaten bis zu deren Heimkehr" wahren.
Minister: Prozess für Abzug spanischer Truppen aus dem Irak begonnen
Der Prozess zum Abzug der spanischen Truppen aus Irak hat bereits begonnen. Das Verfahren werde "schnell" abgeschlossen werden, sagte der spanische Verteidigungsminister José Bono. Es gebe bereits einen entsprechenden "Operationsplan". In weniger als sechs Wochen sollen die 1.300 spanischen Soldaten aus dem Irak zurückgekehrt sein. Das kündigte der spanische Verteidigungsminister Jose Bono am Montag an. "Es wäre unklug von sechs bis acht Wochen zu sprechen, weil es weniger sein werden", sagte Bono auf einer Pressekonferenz in Madrid.
Berlusconi: "Italien rückt zum besten Verbündeten der USA auf"
Nach dem Beschluss der Regierung in Madrid, ihre Truppen aus dem Irak abzuziehen, rückt Italien zum besten Verbündeten der USA auf. Dies betonte der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi. "Wir können jetzt davon profitieren, dass wir in Europa der beste Verbündete der USA, der stärksten Weltmacht, sind", sagte Berlusconi im Gespräch mit italienischen Journalisten in Rom. (apa/red)
