Samstag, 24. April 2004

Alkoholisierter Grazer erhängte sich in Polizei-Anhaltezentrum

  • 50-Jähriger war nach Rauferei verhaftet worden

Ein 50-jähriger Grazer hat sich Samstag früh im Polizei-Anhaltezentrum Graz, dem früheren Polizei-Gefangenenhaus, in seiner Zelle erhängt. Der Mann war in der Nacht in alkoholisiertem Zustand wegen Körperverletzung und gefährlicher Drohung festgenommen worden.

Die Polizei war gegen 1.30 Uhr von einem Beteiligten in eine Wohnung in Graz-Lend gerufen worden, wo es im Zuge eines Zechgelages zu einer tätlichen Auseinandersetzung gekommen war. Dabei waren zwei der vier anwesenden Männer und eine Frau verletzt worden. Einer der Kontrahenten, ein 50 Jahre alter beschäftigungsloser Grazer, um dessen Freundin sich die Rauferei entspannt haben dürfte, wurde von den Beamten festgenommen. Er hatte seine Bekannten auch gefährlich bedroht.

Der betrunkene Mann wurde, nachdem er vom Polizeiarzt untersucht wurde und lediglich leichtere Verletzungen festgestellt worden waren, in einer Zelle der Polizeidirektion in der Paulustorgasse untergebracht. Als ein Wachebeamter um 7.45 Uhr Nachschau hielt, fand er den Häftling leblos: Er hatte sich mit einem Leintuch am Gestell des Stockbetts erhängt.

Nach Auskunft des Beamten hatte sich der Mann alleine in der Zelle befunden. Hinweise, dass der Mann Selbstmord gefährdet gewesen wäre, habe es nicht gegeben. Die gerichtliche Obduktion habe bestätigt, dass Fremdeinwirkung auszuschließen sei.

(apa)

24.4.2004 16:07