Donnerstag, 22. April 2004

Äpfel aus Brasilien als "Frisch-saftig-steirisch" verkauft - VKI reicht Klage ein

  • Vorwurf der irreführenden Werbung
  • Supermarkt weist Vorwürfe zurück: Verpackungsfehler

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) wirft Billa im Zusammenhang mit eigens für Kinder angepriesenen Äpfeln irreführende Werbung vor und klagt im Auftrag des Sozialministeriums den Lebensmittelriesen und dessen Tochterfirma Delikatessa: "Frisch-saftig-steirisch" sollen die "Kinderäpfel" laut Verpackungsangaben sein.

Tatsächlich stamme das Obst aber nicht aus der grünen Mark, sondern aus Brasilien, teilte der VKI mit. Dieser Hinweis finde sich aber nur im Kleingedruckten.

Die Werbung für die "Kinderäpfel" spricht gezielt Kinder bzw. Eltern an. Sechs Stück der maximal sieben Zentimeter großen "Minis mit Biss" befinden sich in einem händisch abgepackten Plastiksack, der Preis beträgt stolze 1,99 Euro.

Irreführung durch Slogan
Billa lasse die Käufer durch den Slogan "frisch-saftig-steirisch" im Glauben, sie würden Äpfel aus der Steiermark erstehen, die durch Werbeaktionen ein "gesundes" Image haben und nicht um die halbe Welt transportiert werden müssen, kritisiert der VKI. Von weit her importiertes Obst und Gemüse weise zudem immer wieder eine erhöhte Schadstoffbelastung auf, die der Konsument gerade in speziell für Kinder angepriesenen Lebensmitteln keinesfalls erwarte.

Billa hat den Vorwurf der Irreführung zurückgewiesen. Ein Sprecher der Handelskette bezeichnete einen "Verpackungsirrtum, der im Bereich des Lieferanten passiert ist", als Ursache. Die betroffene Ware sei schon aus den Regalen genommen worden.

Der Lieferant, Steierfrucht, bestätigte, dass in der vergangenen Woche "Kinderäpfel" in Sackerl mit dem "frisch-saftig-steirisch"-Logo verpackt worden waren. Die Produktauszeichnung erfolgte - richtig - mit "Herkunftsland Brasilien". Dem Unternehmen zufolge gibt es zwei Ausführungen der Polybag-Säcke - eine mit dem Logo und eine ohne. "Beim Verpacken der Äpfel wurden diese beiden Ausführungen verwechselt", so die Firma Steierfrucht. Am Wochenende sei der Irrtum aufgefallen, am Montag die Rückholung der falsch verpackten Ware veranlasst worden.
(APA/red)

22.4.2004 11:20