Mittwoch, 21. April 2004

Haban-Mord: Früherer Verdächtiger nach Autodiebstahl in Italien in Haft!

  • In Zusammenhang mit Polizisten-Tötung verhaftet

Der Italiener Michele D., der verdächtigt worden war, bei einem Raubversuch auf den Wiener Juwelier Haban 1998 die tödlichen Schüsse auf den Geschäftsführer Siegfried Goluch abgefeuert zu haben, ist am Dienstagabend im Zusammenhang mit dem Tod eines italienischen Polizisten festgenommen worden. Der 30-Jährige wurde auf einer Autobahn unweit der norditalienischen Stadt Reggio Emilia verhaftet.

D. war im Prozess um den "Haban-Mord" in Bologna zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden. In der Berufungsverhandlung wurde er im März 2002 jedoch freigesprochen, was das Kassationsgericht in Rom später formell bestätigte.

Der 30-Jährige, der in italienischen Ermittlerkreisen als "Schwerkrimineller" bezeichnet wird, war am Dienstag mit einem zweiten Mann auf der Autobahn in einem Porsche unterwegs, den er in der Lombardei gestohlen hatte. Die Polizei, die dem Wagen auf der Spur war, wollte D. unweit der Abfahrt in Richtung Reggio Emilia stoppen. Der 28-jährige Beamte Stefano Biondi versuchte mit einer Pistole in der Hand, D. zum Aussteigen aus dem Auto zu zwingen. Der Kriminelle gab jedoch Gas und überfuhr den Polizisten.

Die Kollegen Biondis feuerten mehrere Pistolenschüsse auf den Porsche. D. und sein Komplize mussten anhalten und wollten zu Fuß flüchten. Sie wurden jedoch verletzt und festgenommen. D. wurde in ein Krankenhaus in Reggio Emilia gebracht. Im Porsche entdeckten die Polizisten unter anderem zwei Kilogramm Kokain und eine Waffe.

Michele D., dem Kontakte zur Mafia nachgesagt werden, hatte Mitte der neunziger Jahre Überfälle auf Banken, Wechselstuben und Juweliere begangen. Nachdem dem Freispruch im Fall Haban im März 2002 befand er sich wieder auf freiem Fuß. (apa)

21.4.2004 19:50