Riesige Cannabis-Plantage in Kärnten entdeckt: Drei Männer verhaftet
- Seit 2002 rund 15.000 Hanfpflanzen angebaut
- High-Tech: Computeranlage steuerte Bewässerung
·Graz: 14-Jähriger als Drogendealer!
Schwarzmarktwert seiner Drogen liegt bei 42.000 €
Eine Cannabis-Plantage größten Ausmaßes ist im Kärntner Bezirk Völkermarkt entdeckt worden. In eigens angemieteten Hallen in der Gemeinde Griffen züchteten drei Männer seit dem Frühjahr 2002 rund 15.000 Hanfpflanzen. Ein 23-jähriger gebürtiger Villacher, ein 32-jähriger Südtiroler sowie ein 43 Jahre alter in Graz lebender gebürtiger Rumäne sitzen in Haft.
Wie der Chef der Kriminalabteilung der Kärntner Gendarmerie, Oberst Hermann Klammer, am Dienstag erklärte, sei die Plantage auf 400 Quadratmeter Fläche "hoch professionell" aufgezogen gewesen: "Es war eine Computeranlage installiert, welche Bewässerung, Düngung und Beleuchtung vollautomatisch gesteuert hat." Das Trio hatte an die 50.000 Euro in die Anlage investiert.
Im November 2003 schließlich flog das Trio auf. Der viele Autoverkehr in den abgelegenen Seitengraben, in dem das gemietete Gehöft steht, war Anrainern aufgefallen. Bei einer Hausdurchsuchung stelllte die Gendarmerie 1.900 Gramm THC-Reinsubstanz sicher.
Der Villacher und sein Grazer Geschäftspartner platzten zufällig in die Haussuchung und wurden auf der Stelle verhaftet. Der Südtiroler wurde später in Wien ausgeforscht. Von den geschätzten 15.000 Cannabis-Pflanzen wurden etwa 12.000 Stück über einschlägige Shops in Graz und Wien als Setzlinge verkauft. Die restlichen 3.000 Pflanzen wurden verarbeitet: Die Triebspitzen als Marihuana, aus den restlichen Pflanzenteilen wurde das THC chemisch herausgelöst, die Samenkapseln dienten zur Herstellung von Haschischkeksen.
Der Fang wurde von der Justiz lange geheim gehalten. Man habe gehofft, nähere Details über diverse Vertriebswege und Abnehmer erfahren zu können, erklärte Klammer. Das Trio habe sich jedoch wenig kooperativ gezeigt: "Die haben bei den Einvernahmen eigentlich gar nichts gesagt."
(apa)
