Montag, 19. April 2004

Asyl-Antrag abgelehnt: Mann nähte sich in Wien Augen und Mund zu

  • Afghane wollte auf seine Not aufmerksam machen
  • Verstümmelter wollte sich nicht verarzten lassen

Weil sein Asylantrag in erster Instanz von der Behörde abgelehnt worden ist, hat sich ein Afghane in einem Wiener Flüchtlingsheim der Diakonie teilweise die Augen und den Mund zugenäht. Die Diakonie war für eine Stellungnahme Montagabend nicht erreichbar.

Seit mehreren Wochen wartet der Asylwerber demnach auf das Ergebnis seiner Berufung. Am Sonntagabend begann der Mann aus Verzweiflung seine Augen und seinen Mund zuzunähen. Durch diese Selbstverstümmelung wollte er offenbar auf seine aussichtslose Situation aufmerksam machen.

Der Afghane wollte sich zunächst nicht stationär behandeln lassen. Erst nach längeren Gesprächen mit seinen Betreuern hatte er eingewilligt. In den kommenden Tagen wird der Mann in psychiatrischer Behandlung bleiben. (apa)

19.4.2004 18:01