Misshandlungsverdacht in Linzer Seniorenheim: Sieben Bewohner verletzt?
- Gegen Pfleger laufen gerichtliche Vorerhebungen
- Beschuldigter leugnet die Vorwürfe
Einen Misshandlungsverdacht im städtischen Seniorenheim Glimpfingerstraße in Linz bestätigte der Magistrat am Montag. Ein Pfleger soll sieben Heimbewohner gequält und verletzt haben. Gegen ihn laufen gerichtliche Vorerhebungen, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Linz gegenüber der APA erklärte. Der Verdächtige leugnet die Vorwürfe. Lediglich den Diebstahl von Medikamenten in geringem Ausmaß gibt er zu. Um der sofortigen Entlassung zu entgehen habe er am 3. März gekündigt, teilte der Magistrat mit.
Die Mitarbeiter des Seniorenheimes Glimpfingerstraße im Stadtteil Spallerhof wurden Ende Februar auf zunächst unerklärbare Verletzungen bei einigen ihrer Schützlinge aufmerksam. Es soll sich um Blutergüsse und sogar Würgemale gehandelt haben. Beim Durchsehen der Dienstpläne geriet ein Pfleger in Verdacht. Die davon informierte Leitung der Seniorenzentren der Stadt Linz suspendierte ihn sofort vom Dienst. Das für die Dienstaufsicht verantwortliche Amt für Personal und Organisation wurde eingeschaltet. Bei einer Befragung leugnete er die Vorwürfe. Er wird jedoch von den teilweise bereits dementen Pfleglingen belastet.
Der Fall wurde bei der Kriminalpolizei angezeigt. Diese gab ihre Ermittlungsergebnisse an die Justiz weiter. Derzeit laufen gerichtliche Vorerhebungen, über den Untersuchungsrichter laufen weitere Ermittlungen der Sicherheitsbehörden.
Der für die Aufsicht über die Alten- und Pflegeheime zuständige Sozial-Landesrat Josef Ackerl (S) stellte in einer Presseaussendung fest, er sei am Montag das erste Mal mit den Vorwürfen konfrontiert worden. Doch das Team der Heimaufsicht werde noch am selben Tag dem Seniorenzentrum einen Kontrollbesuch abstatten.
Direktor: "Indizien sind erdrückend"
Der Direkter der Seniorenzentren der Stadt Linz, Johann Schalk, zeigte sich in einer ersten Reaktion auf die Affäre bestürzt: "Leider muss ich die Verdachtsvorwürfe bestätigen, die Indizien gegen den Pfleger sind erdrückend", so Schalk Montagmittag gegenüber der APA.
Die Beweislage sei "beinahe eindeutig": An jenen Tagen, an denen die schweren Misshandlungen passiert sein dürften, habe laut einer späteren Überprüfung der Dienstpläne immer jener jetzt unter Verdacht stehende Pfleger Dienst gehabt. Bereits zu diesem Zeitpunkt hätte es eine erste Meldung der Kollegen bei den zuständigen Stellen gegeben, so Schalk. "Als dann sehr eindeutige Aussagen der Bewohner kamen, haben wir den Pfleger sofort suspendiert und die Causa an die Kripo weitergeleitet", betonte Schalk.
(apa/red)
