Trotz Sparpaket steigen Kosten für Medikamente weiter an
- Im Vorjahr stiegen Ausgaben um 150 Millionen Euro
- Auch heuer und 2005 weitere Steigerungen zu erwarten
Trotz des im Herbst vereinbarten Sparpakets steigen die Ausgaben für Medikamente weiter an. Nach Angaben des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger sind die Medikamentenkosten im Vorjahr laut vorläufigen Zahlen um 150 Millionen auf 2,346 Milliarden Euro gestiegen. Für heuer und 2005 sind weitere Steigerungen zu erwarten.
Der Vizepräsident des Hauptverbandes, Martin Gleitsmann, hatte zuletzt gegenüber Gesundheitsministerin Rauch-Kallat Einsparungen abgelehnt. Es dürfen bei der "Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen bis 2006 keine weiteren Belastungen zu Lasten der Pharmawirtschaft erfolgen", meinte der Wirtschaftskammer-Vertreter.
Die Kosten für Medikamente steigen aber weiter an. Trotz des vereinbarten Sparpakets ist laut Prognose für heuer mit einer Steigerung um 74 Mio. Euro auf 2,42 Mrd. Euro und für 2005 um weitere 135 Mio. Euro zu rechnen.
In diesen Zahlen des Hauptverbandes berücksichtigt ist bereits das im Herbst vereinbarte Medikamentensparpaket, das an die 130 Mill. Euro pro Jahr bringen soll. Rauch-Kallat hatte mit dem pharmazeutischen Großhandel und den Apotheken Einsparungen von rund 50 Mio. Euro und mit der Industrie von bis zu 80 Mio. Euro vereinbart. Letzteres enthält auch die Förderung der Verwendung von so genannten Generika, also wirkstoffgleicher, aber nach Ablauf des Patentschutzes billigerer Medikamenten.
(apa)
