Rechtens, aber lästig: Banken gewinnen durch verspätete Gutschriften
- Abbuchungen werden sofort gerechnet, Einzahlungen erst am nächsten Werktag
Durch verspätete Gutschriften von Gehältern und Löhnen und sofortiges wertstellen von Abbuchungen machen sich die heimischen Banken ein Körberlgeld von fünf bis zehn Millionen Euro pro Jahr, haben die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer (AK) errechnet. Da diese Wertstellungspraxis Kontoinhaber benachteiligt, fordert die AK eine Änderung des Bankwesengesetzes.
Auch Gutschriften sollten demnach am gleichen Tag verbucht werden. Dies würde mehr Rechtssicherheit und Verständlichkeit am Kontoauszug bringen, so die AK am Mittwoch.
Üblicherweise verbuchen Banken Abbuchungen vom Konto bereits am selben Tag, Gutschriften hingegen erst am folgenden Werktag. Diese Wertstellungspraxis benachteilige die Kontoinhaber, kritisiert die AK.
Beispielsweise wird eine Bankomatbehebung am 5. April nicht nur am 5. April verbucht, sondern auch am 5 April "wertgestellt". Diese Belastung vermindert bereits am 5. April den Kontostand. Hingegen wird eine Gehaltsgutschrift - verbucht am 29. März - üblicherweise erst am 30. März "wertgestellt" (auch Valutierung genannt). Der Kontostand erhöht sich tatsächlich erst am 30. März um den Gehalt - auch wenn der Betrag vielleicht schon am 29. verbucht wurde. Auf Grund des Bankwesengesetzes ist das gedeckt, so die AK.
Konsumenten klagen laut AK auch sehr oft, dass der Kontostand am Bankomat-Display falsch ist. Die Angaben sind irreführend, wenn am Display der Buchungssaldo zu sehen ist und nicht das tatsächliche Guthaben, so die AK.
(apa, red)
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