Wegen Parmalat: Insolvenz-Verwalter Bondi will Entschädigung von Banken
- Eine Milliarde Euro soll Bilanzloch stopfen helfen
- Gründer Tanzi aus Hausarrest entlassen
·Parmalat: Tanzi in Hausarrest entlassen
Grund: Angeschlagener Gesundheitszustand
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Bilanz-Loch riss Konzern in die Katastrophe
Der Insolvenzverwalter des italienischen Nahrungsmittelkonzerns Parmalat, Enrico Bondi, will von einer Reihe von Banken, die in den Parmalat-Skandal verwickelt sind, eine Milliarde Euro Entschädigung fordern. Bondi wird die Summe von der Schweizer UBS, den amerikanischen Citigroup, Bank of America und Morgan Stanley sowie der Mailänder Banca Intesa und der Deutschen Bank verlangen.
Mit der Entschädigung will Bondi das Bilanzloch im Wert von 14,8 Milliarden Euro ansatzweise stopfen, unter dem der Milchmulti zusammengebrochen ist, berichteten italienische Medien. Um weitere Finanzmittel einzutreiben, hat der Insolvenzkommissar auch mit der Veräußerung nicht-strategischer Parmalat-Töchter begonnen. Die niederländische Nahrungsmittelgruppe Campina unterzeichnete mit Parmalat einen Vertrag für die Übernahme der Tochter des Milchkonzerns in Thailand. Parmalat Thailand beschäftigt 175 Personen.
Bis Ende dieser Woche soll noch über die Enthaftung des Rechtsanwalts, Gianpaolo Zini, beschlossen werden. Der enge Mitarbeiter des Parmalat-Firmengründers, Calisto Tanzi, wird beschuldigt, das komplizierte System von Off Shore-Gesellschaften aufgebaut zu haben, mit dem der Besitzer des Milchkonzerns Schwarzgelder in Milliardenhöhe unterschlagen haben soll.
Der am 17. Februar festgenommene Zini ist der letzte Verdächtige im Parmalat-Skandal, der sich noch in Untersuchungshaft befindet. Am vergangenen Freitag war Calisto Tanzi nach über drei Monaten Haft unter Hausarrest gestellt worden.
(apa)
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