Dienstag, 13. April 2004

Finanzministerium verdoppelt die Zahl seiner Schwarzarbeits-Fahnder

  • Ab Mai 186 Kontrollore im Einsatz
  • 2003 wurden 3 500 Unternehmer angezeigt

Das Finanzministerium verdoppelt mit dem Datum der EU-Osterweiterung die Zahl der Spezialfahnder, die sich der Bekämpfung der illegalen Beschäftigung widmen: Die Einheit zur Kontrolle der illegalen Ausländerbeschäftigung (KIAB) wird ab 1. Mai von 93 auf 186 Kontrollorgane aufgestockt, teilte das Finanzministerium mit.

Die KIAB-Kontrollorgane haben 2003 über 20.000 Kontrollen durchgeführt, wobei 5.690 illegal Beschäftigte festgestellt wurden. Insgesamt gab es über 3.500 Anzeigen gegen Unternehmer. Verwaltungsstrafbehörden verhängten im Zusammenhang mit illegaler Beschäftigung über neun Millionen Euro an Strafen.

In Kooperation mit KIAB ist die schnelle Eingreiftruppe Wien (S.E.G.) tätig, die vor allem den steuerlichen Betrug bekämpft, indem sie Kontrollen vor Ort und während der Bauzeit von Objekten durchführt. Dadurch können auf offene Forderungen dubioser Firmen mittels Forderungspfändungen rasch zugegriffen werden, bevor sich diese Firmen auflösen und vom Markt verschwinden.

Im Jahr 2003 wurden 5,2 Millionen Euro an Umsatzsteuer und 9,9 Millionen Euro an Lohnsteuer vorgeschrieben sowie 32,1 Mio. Euro an Forderungen gepfändet. Generalunternehmer müssen heute diese Beträge
- anstatt sie den Subfirmen auszuzahlen - an das Finanzamt abführen.

Durch Einführung des so genannten reverse-charge-systems sind nur noch die Generalunternehmer in der Unternehmerkette vorsteuerabzugsberechtigt. Subunternehmerfirmen können sich daher die Vorsteuern nicht mehr vom Finanzamt holen und dann, ohne Mehrwertsteuern entrichtet zu haben, ihre Geschäftstätigkeit beenden oder in Konkurs gehen.

Die Regierung hatte im Ende September des vergangenen Jahres beschlossen, die Bekämpfung der Betrugsbekämpfung, insbesondere der Schwarzarbeit, zu forcieren.(APA/red)

13.4.2004 16:59