Freitag, 16. April 2004

Bergige Wiesbauer-Tour: Podesthamster Obwaller fordert Ex-Sieger Evans

  • Nach drei Podestplätzen soll endlich ein Sieg her
  • Australier kommt als Chef des T-Mobile-Teams

Die Veranstalter der Wiesbauer-Radtour (7.-13.6.), die erstmals seit 2001 sowohl Kitzbühler Horn als auch Glockner im Programm hat, kündigen mit zehn oder elf Rennställen der ersten Division die beste Besetzung der Geschichte an. Das deutsche Top-Team T-Mobile hat seinen Kapitän schon nominiert: Der Australier Cadel Evans war Stargast der Tour-Präsentation im Unteren Schloss Belvedere. Er will seinen Erfolg von 2001 in der Österreich-Rundfahrt wiederholen, der Salzburger Hans Peter Obwaller peilt trotz der starken Konkurrenz nach drei Podestplätzen den ersten Sieg an.

Obwaller, der seit heuer für das Vorarlberger Volksbank-Team fährt, hat es in den vergangenen drei Jahren immer verstanden, mit spezieller Vorbereitung punktgenau in Hochform zu sein. Der Pinzgauer konzentriert sich wie kein anderer voll auf die heimische Tour und absolviert sein Training nicht auf der Straße, sondern ausschließlich auf einem Spezial-Ergometer. "Heuer ist die Vorbereitung noch professioneller", erklärte Obwaller, der in der neuen Alpentherme Bad Hofgastein vom Sportarzt Johannes Zeibig betreut wird.

Der 32-Jährige war 2001 mit 47 Sekunden Rückstand auf Evans ebenso Zweiter wie 2002 zwei Sekunden hinter Gerrit Glomser, 2003 folgte Rang drei (+1:08). Obwaller weiß um die Stärke des Australiers: "Er hat beim Giro das Rosa Trikot getragen, es ist eine große Herausforderung, ihn zu schlagen." Evans macht kein Hehl aus seinen Ambitionen. "Ich würde gerne meinen Sieg wiederholen, doch bei diesen Bergen braucht man sehr gute Beine", erklärte der Ex-Mountainbike-Weltcupsieger (1998). Der 27-Jährige, der sich 2003 drei Mal Schlüsselbeinbrüche zugezogen hatte, fühlt sich nun wieder in Topform.

Evans kommt als Chef des T-Mobile-Teams
In Österreich wird er in seinem Team alle Freiheiten genießen. "Bei der Tour de France werde ich Jan Ullrich helfen, aber bei der Wiesbauer-Tour und der Route du Sud kann ich auf eigene Rechnung fahren", erklärte der Wahl-Schweizer, für den es in Österreich (MTB-Weltcup in Kaprun 2., Siege auf Kitzbühler Horn und Gesamtsieg) immer gut gelaufen ist. "Diesen Rekord möchte ich verteidigen."

Neben T-Mobile gaben die Organisatoren bisher die fixe Verpflichtung des Saeco-Teams bekannt. Ob auch Gerrit Glomser, der Gewinner der zwei vergangenen Jahre, kommt, ist allerdings fraglich. Nach der aktuellen Planung möchte der Salzburger heuer nicht die Tour de France, sondern den Giro d'Italia fahren. Da wäre im Anschluss ein Antreten in Österreich theoretisch möglich. Fehlt er, möchte Neoprofi Andreas Matzbacher in die Bresche springen.

Die "junge Garde" radelt mit
Von den übrigen ÖRV-Auslandsprofis kommt die "junge Garde". Für Gerolsteiner (Totschnig, Wrolich, Haselbacher) haben Deutschland-Tour und Tour de Suisse Vorrang, Peter Luttenbergers CSC-Rennstall hat ebenfalls andere Ambitionen. Bernhard Eisel möchte hingegen gerne fahren, muss allerdings auf die "Freigabe" seines FdJeux.com-Teamchefs für einen Platz im Nationalteam hoffen. Sein Rennstall startet gleichzeitig bei Dauphine-Libere. Sicher ist das Antreten von Christian Pfannberger und Bernhard Kohl, mit dem Rennstall von Gerhard Trampusch wird verhandelt.

Neu ist eine Jedermann-Rundfahrt während der Wiesbauer-Tour: Die Hervis Bike Challenge (maximal 250 Teilnehmer) führt über drei Etappen (8.-10.6.): Kössen-Kitzbühler Horn (34 km), St. Johann/T.-Bad Hofgastein (84 km); Fusch-Fuschertörl (22 km). (apa/red)

16.4.2004 13:12