Dritter NBA-Titel für die Detroit Pistons: Außenseiter gewinnen Finalserie mit 4:1
- 100:87-Sieg gegen die L. A. Lakers
- Bei den Lakers glänzen wieder nur O'Neal und Bryant
Als der Sensations-Titel für die Detroit Pistons durch das 100:87 gegen den Top-Favoriten Los Angeles Lakers perfekt war, gab es im Palace of Auburn Hills kein Halten mehr. Spieler und Fans feierten im Konfetti-Regen ausgelassen die dritte Meisterschaft in der NBA nach 1989 und 1990, durch die der Pokal erstmals seit sechs Jahren wieder an die Ostküste geht. "Wir sind die Besten der Welt", schrie Chauncey Billups, der zum wertvollsten Spieler des Finales gewählt wurde. Und Coach Larry Brown, für den es der erste Titelgewinn in seiner Karriere war, meinte gerührt: "Das ist Wahnsinn, ein unglaubliches schönes Gefühl."
Mit 4:1-Siegen entschieden die Pistons die Final-Serie "best of seven" vorzeitig zu ihren Gunsten und versetzten die ganze Stadt in Partylaune. Nach der Schluss-Sirene kam es in der City von Detroit zu spontanen Feiern, die friedlich verliefen. Beim bisher letzten Titelgewinn vor 14 Jahren waren sieben Menschen ums Leben gekommen und Hunderte verletzt worden.
In der Halle spielten sich Freudenszenen ab. Ben Wallace, mit 18 Punkten und 22 Rebounds überragender Mann auf dem Parkett, umarmte den 81-jährigen Pistons-Eigentümer Bill Davidson so stürmisch, dass diesem fast die Luft wegblieb. Trainer Brown, der das US-Team bei den Olympischen Spielen in Athen betreuen wird, wurde von seinen Spielern geherzt. "Für mich schließt sich der Kreis. Ich bin stolz auf mein Team", sagte Brown, der die USA-Auswahl 1964 zum Olympiasieg geführt hatte.
Vor 22.076 Zuschauern, die das Spiel vor Begeisterung schon ab dem dritten Viertel überwiegend im Stehen verfolgten, lieferten die vor Beginn der Serie als krasser 1:7-Außenseiter gehandelten Pistons ihr Meisterstück ab. Dank der Treffsicherheit von Richard Hamilton (21) führten die Hausherren das Star-Ensemble von der Westküste phasenweise vor. "Es ist wie ein Märchen für Detroit, aber sie waren die bessere Mannschaft", gratulierte Lakers-Coach Phil Jackson fair.
In seinem Team erreichte lediglich Kobe Bryant (24) annähernd Normalform. Das Star-Ensemble aus Kalifornien steht nun vor einer ungewissen Zukunft. Jackson und Altstar Karl Malone werden ihren Rücktritt wohl in den nächsten Wochen bekannt geben. Bryant und Shaquille O'Neal tragen sich mit Wechsel-Gedanken, auch Gary Payton kann den Verein verlassen.
Während Erfolgs-Trainer Jackson in seiner Laufbahn immerhin neun Titel gewann - sechs mit den Chicago Bulls und drei mit den Lakers - geriet Malones Abgang von der großen Basketball-Bühne zu einem traurigen Abschied. Auch im 19. Anlauf blieb dem Hünen, der wegen seiner früheren Treffsicherheit nur "Mailman" genannt wird, der große Wurf versagt. Wegen einer Knieverletzung musste der 40-Jährige von der Bank aus mitverfolgen, wie sich sein großer Traum vom ersten NBA-Titel in Luft auflöste.
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Ergebnis NBA-Finale "best of seven":
Detroit Pistons - Los Angeles Lakers 100:87 (55:45)
Detroit gewann Serie mit 4:1
(apa)
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