Samstag, 17. April 2004

Frauen-Power für Ferrero: Ex-Ministerin Forstinger mit überparteilicher Plattform

  • Kritik der SPÖ: Initiative ist ein "konservatives Netzwerk"
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ÖVP-Präsidentschaftskandidatin Ferrero-Waldner bekommt prominente Unterstützung. Die frühere freiheitliche Infrastrukturministerin Forstinger hat eine überparteiliche Frauen-Plattform für die Wahl der Außenministerin zum Staatsoberhaupt gegründet. Kritik kommt bereits aus den Reihen der SPÖ: Frauenvorsitzende Prammer bezeichnet die FPÖ-Plattform ein "konservatives Netzwerk".

Wie Forstinger betonte, erfülle Ferrero-Waldner voll und ganz das Anforderungsprofil für das Amt. Abgesprochen ist die Initiative auch mit der geschäftsführenden FPÖ-Obfrau Haubner. Bisher haben sich mehr als 70 Frauen der Initiative angeschlossen - vor allem Bekannte Forstingers, politische Prominenz fehlt.

Forstinger betont dazu, es seien ganz bewusst keine Funktionärinnen auf die Liste genommen worden. Allerdings habe sie als FPÖ-Mitglied sehr wohl Haubner informiert, weil sie nie Alleingänge ohne Absprache mit der Partei mache. Die Unterstützerinnen rekrutierten sich jedenfalls aus verschiedensten politischen Gruppen.

Überzeugende Arbeit der Außenministerin
Die Idee zu der Initiative sei ihr bei einem Auftritt Ferrero- Waldners bei den freiheitlichen Frauen gekommen, berichtete Forstinger. Dort habe die Außenministerin klar gemacht, dass ihr Unabhängigkeit das zentrale Thema sei und sie sich für Frauenanliegen einsetzen wolle. Und sie kenne "Benita" als Kollegin und wisse, was sie für ein Engagement und für eine Dynamik habe. Daher sei sie sicher, dass Ferrero-Waldner ihre im Wahlkampf gegebenen Versprechen auch einhalten werde.

Besonders hob Forstinger auch den Frauen-Aspekt hervor, habe Ferrero-Waldner doch zum Beispiel ihr Engagement für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in den Mittelpunkt gestellt. Dies habe sie bewogen, die Außenministerin zu unterstützen. Forstinger selbst ist zwar noch FPÖ-Mitglied, aber nicht mehr in einer politischen Funktion vertreten.

Prammer: FPÖ-Plattform ein "konservatives Netzwerk"
Durch die so genannte "Frauen-Plattform" der Ex-FPÖ-Ministerin Monika Forstinger zur Unterstützung der ÖVP-Präsidentschaftskandidatin Benita Ferrero-Waldner werde "einmal mehr der konservative Zugang Ferrero-Waldners zu Frauen und Frauenpolitik dokumentiert", meinte SPÖ-Frauenvorsitzende Barbara Prammer im SPÖ-Pressedienst. Sowohl Ferrero als auch Forstinger seien frauenpolitisch unglaubwürdig.

Die FPÖ-Plattform sei ein "Netzwerk von gut Situierten gebildet, die aber, wie sie in den letzten Jahren hinlänglich bewiesen haben, blind sind für die wahren Probleme und Anliegen der großen Mehrheit der Frauen".

"Die ÖVP-Kandidatin gefällt sich ausschließlich in der Verteilung von Almosen", kritisierte Prammer. SPÖ-Kandidat Heinz Fischer sei hingegen Zeit seiner politischen Laufbahn für die Anliegen von Frauen eingestanden - und deshalb werde er von fortschrittlichen Frauen aus allen Berufsgruppen unterstützt werde - in der Initiative "Frauen für Fischer" an der Spitze Heide Schmidt, Freda Meissner-Blau und Gertraud Knoll stehen. (apa/red)

17.4.2004 07:13