TV-Duell Ferrero vs. Fischer: 1,4 Millionen Zuseher sahen zwei Sieger
- Meinungsforscher uneinig, noch 10% Unentschlossene
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Keine neuen Positionen, aber weiter Spannung im Kampf um die Wählerstimmen bracht das TV-Duell zwischen Benita Ferrero-Waldner (ÖVP) und Heinz Fischer (SPÖ) am Donnerstagabend. Als Themen wählte Ferrero-Waldner Soziales und EU-Sanktionen, Fischer Neutralität und die Frage des Machtausgleichs. Aus Sicht von Politologen brachte die Konfrontation keinen klaren Sieger hervor.
Fischer warf Ferrero-Waldner unter Hinweis auf ihre Zustimmung zu den Pensionskürzungen vor, dass das von ihr betonte soziale Verantwortungsgefühl nicht erst zwei Monate vor der Wahl kommen dürfe, sondern "aus dem Inneren kommen und dauernd da sein" müsse. Ferrero konterte, auch unter der SPÖ-geführten Regierung habe es schon solche Maßnahmen gegeben - und bekannte sich zur Pensionsreform.
Thema EU-Sanktionen
Ferrero-Waldner hielt Fischer vor, bei den EU-Sanktionen gegen die schwarz-blaue Regierung im Jahr 2000 "sehr, sehr spät reagiert" zu haben. Dies wies Fischer mit Hinweis auf seine Aktivitäten zurück und betonte, dass er als Nationalratspräsident mit der schwierigen innenpolitischen Situation "alle Hände voll zu tun" gehabt habe - und meinte zu Ferrero: "Sie waren damals die Außenministerin."
Ferrero-Waldner sprach sich für "Neutralität außerhalb Europas", aber eine "spezifische Solidarität" innerhalb Europas aus. Fischer wandte sich gegen eine solche "Gliederung" und bekannte sich dazu, das Neutralitätsgesetz insgesamt ernst zu nehmen.
Amstverständnis der Kandidaten
Zum Amtsverständnis bekräftigte Ferrero-Walder, dass sie ihre internationale Kontakte nutzen wolle. Fischer unterstrich einmal mehr, seine Stärken seien "Ausgeglichenheit, Sachlichkeit, Souveränität". Als Präsident will er "für ein friedliches, soziales, neutrales Österreich" arbeiten.
Drei Meinungsforschungsinstitute haben bereits Donnerstagabend erste Umfragen zur TV-Konfrontation veröffentlicht. In der - ohne Auftrag einer Partei durchgeführten - Umfrage des Gallup-Instituts beurteilten 47 Prozent der 350 Befragten Fischer, 44 Prozent Ferrero als "überzeugender".
(apa)
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