Freitag, 16. April 2004

Die Slowakei: Unser Nachbar im Nordosten
Ein Kandidatenporträt zur EU-Erweiterung

  • Unabhängigkeit seit 1. Jänner 1993
  • Bratislava die jüngste Hauptstadt Europas

Die Slowakei hat mit Bratislava die jüngste Hauptstadt Europas. Nach dem Zerfall der Sowjetunion und als Teil der Tschechoslowakei war Prag auch die Hauptstadt der Slowaken. erst mit der Teilung in die zwei Nationalstaaten Tschechien und Slowakei ergab soich die Notwendigkeit einer eigenen Hauptstadt.

Die Slowakei erstreckt sich über eine Fläche von 49.034 Quadratkilometer. Die Republik hat 5,4 Millionen Einwohner und damit ungefähr so viele wie Dänemark und Finnland. Rund 86 Prozent der Bevölkerung sind Slowaken, die größte Minderheit des Landes sind mit etwa zehn Prozent die Ungarn. Neben slowakisch ist ungarisch in einigen Regionen des Landes zweite Amtssprache. Hauptstadt des Landes ist Preßburg, das mit rund 450.000 Einwohnern auch größte Stadt des Landes ist.

Die Slowakei ist nach der Auflösung der Tschechoslowakei seit 1. Jänner 1993 ein unabhängiger Staat. Staatsoberhaupt ist seit Mitte Mai der frühere Parlamentspräsident Ivan Gasparovic. Regierungschef ist Mikulaš Dzurinda von der Demokratischen und Christlichen Union. Die Slowakei wird von einer Vier-Parteien-Koalition aus Slowakisch Demokratischer und Christlicher Union, Partei der ungarischen Koalition, Christdemokratische Bewegung und Allianz des Neuen Bürgers regiert.

Den Antrag zur Aufnahme in die EU stellte die Slowakei im Juni 1995. Beim Referendum im Mai 2003 unterstützen 92,5 Prozent der Slowaken den Beitritt zur Europäischen Union.

Die Wirtschaft des Landes wuchs 2002 um 4,4 Prozent. An der Wirtschaftsleistung hatten Dienstleistungen einen Anteil von 64 Prozent, die Industrie von 32 und die Landwirtschaft von vier Prozent. Im Dienstleistungssektor sind 52 Prozent der Erwerbstätigen beschäftigt, in der Industrie 39 und in der Landwirtschaft acht Prozent. Im Jahr 2003 waren 17,1 Prozent der Slowaken arbeitslos. Die Inflation des Landes lag 2003 bei 8,5 Prozent, das Haushaltsdefizit betrug 3,6 Prozent. Die Staatsverschuldung lag 2002 bei 43,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Neuer Kommissar
Der 44 Jahre alte Slowake Jan Figel ist seit 2002 Abgeordneter der christlich-demokratischen Partei (KDH), die zur Regierungskoalition gehört. In der kommunistischen Tschechoslowakei war er als Elektroingenieur tätig. Nach der Wende wurde er 1998 zum slowakischen Staatssekretär für die europäische Integration ernannt. In dieser Funktion leitete er die Beitrittsverhandlungen mit der EU-Kommission. Im slowakischen Parlament ist Figel Vorsitzender des Außenausschusses. Figel wird Betreuendes Kommissionsmitglied bei Erkki Liikanen, dem Kommissar für Unternehmen und Informationsgesellschaft.
(apa, red)

16.4.2004 14:17