Dienstag, 13. April 2004

Großes Zusammentreffen: Staatschefs feiern in Dublin die EU-Erweiterung!

  • Gemeinsame Verfassung soll bald verwirklicht werden
  • PLUS: Bilder, Pressestimmen & Reaktionen zu EU-25

Mit dem feierlichen Hissen der 25 nationalen und der Europaflagge zur EU-Hymne "Ode an die Freude" haben die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Unionden Beitritt zehn neuer Mitglieder gefeiert. Die Staats- und Regierungschefs der jetzt 25 EU-Länder sind anlässlich der Erweiterung in Dublin zu einem Sondergipfel zusammengekommen. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel flog im Anschluss an einen Festakt an der österreichisch-ungarischen Grenze gemeinsam mit seinem ungarischen Amtskollegen Peter Medgyessy in die irische Hauptstadt.

Zu Beginn der gut halbstündigen Zeremonie auf dem Amtssitz der irischen Präsidentin Mary McAleese in Dublin hob der irische EU-Ratspräsident Bertie Ahern die historische Bedeutung der größten EU-Erweiterung hervor. Die EU sei einzigartig. "Wir dürfen nie vergessen, dass wir aus Krieg Frieden geschaffen haben", sagte er bei strahlenden Sonnenschein. "Die Erweiterung ist das beste Zeugnis für den Erfolg der Europäischen Union."

Der irische Literaturnobelpreisträger Seamus Heaney trug ein aus Anlass der EU-Erweiterung verfasstes Gedicht vor, bevor Flaggenträger jedem Staats- und Regierungschef seine Nationalfahne überreichten. Eine Ehrengarde der irischen Streitkräfte hisste die Flaggen. Dazu sang ein Chor Friedrich Schillers "Ode an die Freude" zu Ludwig van Beethovens 9. Symphonie - der EU-Hymne.

Die gut halbstündige Zeremonie in Dublin bildet den offiziellen Höhepunkt der Feierlichkeiten anlässlich des um Mitternacht wirksam gewordenen EU-Beitritts von Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Zypern und Malta. Die Anwesenheit der Regierungschefs Bulgariens, Rumäniens und der Türkei erinnerte daran, dass die nächsten Kandidaten bereits vor der Tür der EU stehen. Langfristig sollen zudem auch die Balkanländer beitreten. Über Verhandlungen mit der Türkei wird Ende des Jahres entschieden.

Gemeinsame Verfassung soll bald kommen
Die auf 25 Mitglieder erweiterte Europäische Union will sich nun möglichst bald eine Verfassung geben. "Es ist wichtig, dass wir uns rasch auf die Verfassung einigen und sie dann in den Ländern erklären", sagte der irische Ministerpräsident Bertie Ahern als amtierender EU-Ratsvorsitzender. Die Verhandlungen sollen beim nächsten EU-Gipfel am 17. und 18. Juni abgeschlossen werden.

Die neue Verfassung sei notwendig, damit die EU im Sinne der Bürger arbeiten könne, sagte Ahern. "Es gibt große Schwierigkeiten, wenn wir weitermachen wie bisher. Prodi forderte die Mitgliedstaaten mit Nachdruck auf, sich nach dem Scheitern des Verfassungsgipfel im vergangenen Dezember zu einigen. Mit Blick auf die Spaltung der Europäer in der Irak-Frage und auf die Außenpolitik sagte er: "Wenn wir mit der Einstimmigkeit weitermachen, kommen wir zu keinen Entscheidungen."

Ahern sagte, es sei unwahrscheinlich, dass es in der neuen Verfassung einen direkten Bezug auf Gott geben werde. Es sollten in dem Text jedoch die christlichen Werte bekräftigt werden. (apa/red)

13.4.2004 12:50