Studie zur EU-Erweiterung: Skeptischer Westen trifft auf hoffnungsvollen Osten
- Neue EU-Mitgliedsländer suchen politische Integration
- Den alten reicht die wirtschaftliche Zusammenarbeit
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Die Osteuropäer sind - was die Erwartungen im Zusammenhang mit der EU-Erweiterung betrifft - ungleich optimistischer, als die EU-Bürger im Westen. Dort überwiegen die skeptisch eingestellten Bewohner. Das ergab eine vom Linzer Meinungsforschungsinstitut IMAS in Ungarn, Tschechien, Polen, Deutschland und Österreich durchgeführte Umfrage. Sie zeigte auch unterschiedliche Ansichten über die Ziele der EU auf: In den neuen EU-Mitgliedsländern wird die möglichst große politische Integration befürwortet, in den alten wird lediglich die wirtschaftliche Zusammenarbeit gewünscht.
Für die Umfrage wurden insgesamt 6.000 Personen in den genannten fünf Ländern befragt. Die Osteuropäer zeigten sich dabei ungleich stärker vom Nutzen der vergrößerten EU überzeugt. Insbesondere die polnische Bevölkerung glaubt demnach mit einer klaren Mehrheit von 42 zu 33 Prozent an ein Überwiegen der Vorteile für das eigene Land. In Ungarn lautet das Verhältnis 34 zu 27 Prozent.
Die Tschechen sind mit 35 zu 33 vergleichweise sehr skeptisch eingestellt. Aber nicht so pessimistisch wie die Bewohner der beiden deutschsprachigen Staaten: Die Österreicher unterstellen der EU-Erweiterung in massiver Mehrheit von 46 zu 24 Prozent eher Nachteile als Vorteile. Bei den Deutschen beträgt dieses Verhältnis sogar 47 zu 20 Prozent.
Spiegelverkehrt sind dazu die Ansichten der westlichen Mitteleuropäer zu denen der osteuropäischen Neumitglieder wenn es um die strategische Zielsetzung der EU geht: Die Österreicher sind mit 47 zu 35 Prozent der überwiegenden Mehrheit der Meinung, die EU solle sich auf eine lediglich wirtschaftliche Zusammenarbeit beschränken. Die Deutschen schließen sich dem mit einer Mehrheit von 40 zu 37 Prozent an. Einen politischen Zusammenschluss mit gemeinsamer Außen- und Verteidigungspolitik sowie vielen einheitlichen Bestimmungen findet man nicht gut.
Im Gegensatz dazu befürworten die Tschechen mit 54 zu 33 Prozent und die Polen mit 50 zu 34 Prozent nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein politisches Zusammenwachsen Europas. In Ungarn wurde das Meinungsklima zu diesem Thema von IMAS nicht erhoben.
Einigkeit besteht hingegen im Westen und im Osten in der Skepsis, ob es gelingen könnte, aus der Verschiedenheit der Europäer eine Einheit zu formen. Vor allem die Polen schließen sich in ähnlichen Umfang der pessimistischen Auffassung von Deutschen und Österreichern an, wonach die Europäer im Grunde zu verschieden seien, um wirklich zusammenwachsen zu können. Geteilter Meinung und unsicher sind sich in dieser Frage die Ungarn und Tschechen. Doch auch bei diesen sahen die Meinungsforscher ein klares Ja zur Möglichkeit, die innereuropäischen Gegensätze zu überwinden, noch weit entfernt. (apa/red)
