Sonntag, 18. April 2004

Al Sadr: Zwei Tage Waffenruhe anlässlich des Todes des Propheten Mohammed

  • Miliz will UNO-Truppe im "Interesse der ganzen Welt"

Moktada Al Sadr, der radikale Schiitenführer im Irak, will zu Wochenbeginn in Najaf für zwei Tage die Waffen niederlegen. Grund dafür sind die Gedenkfeiern anlässlich des Todes des Propheten Mohammed.

Zum jährlichen Gedenken des Todes Mohammeds werde die aufständische Mehdi-Miliz am Montag und Dienstag ihre Kampfhandlungen in und um Najaf stoppen, sagte ein Sprecher Al Sadrs am Sonntag zu Journalisten. Al Sadr führt seit fast drei Wochen einen schiitischen Aufstand gegen die US-geführten Besatzungstruppen im Irak an und hat sich in Najaf verschanzt. Die USA haben angekündigt, ihn fangen oder töten zu wollen. Dazu hat das US-Militär rund 2500 Soldaten um das den Schiiten heilige Najaf zusammengezogen.

Die USA haben Al Sadr aufgefordert, seine Miliz zu entwaffnen. Zudem soll sich der Geistliche, gegen den im Zusammenhang mit der Ermordung eines moderaten Rivalen ein Haftbefehl vorliegt, den Behörden stellen. "Die Koalitionsstreitkräfte haben uns aufgefordert, die Mehdi-Armee in eine unbewaffnete Organisation umzuwandeln. Dem haben wir nicht zugestimmt", sagte der Sprecher Al Sadrs. "Die Amerikaner lassen die Situation eskalieren und die Mehdi-Armee ist bereit", fügte er hinzu.
(apa/red)

18.4.2004 16:34