Samstag, 17. April 2004

Jordanien: Offenbar Giftgasanschläge auf
ausländische Botschaften geplant

  • Bin Laden Vertrauter soll Drahtzieher gewesen sein
  • Mehrere Verdächtige festgenommen

Die Serie der vereitelten Terror-Anschläge reißt nicht ab. Mutmaßliche Terroristen mit Verbindungen zur El Kaida haben in Jordanien neben dem Chemiewaffenanschlag offenbar auf Giftgasangriffe auf ausländische Botschaften geplant. Zahlreiche Verdächtige, die in den letzten Wochen festgenommen werden konnten, haben ein solches Vorhaben laut Nachrichtenagentur AP gestanden. An der Spitze der Zelle soll Abu Musab El Sarkawi stehen, ein enger Vertrauter von Osama Bin Laden.

Es seien zeitgleiche Giftgasanschläge gegen die Vertretungen ausländischer Staaten geplant gewesen, darunter die US-Botschaft in der Hauptstadt Amman, teilten die Gewährsleute mit. Zudem sollten staatliche Gebäude wie das Büro des Ministerpräsidenten und mehrere zivile Einrichtungen angegriffen werden.

Die Detonation einer chemischen Bombe habe das Büro des jordanischen Geheimdienstes treffen sollen, hieß es weiter. Die Explosion des enormen Sprengsatzes hätte Berichten vom Freitag zufolge vermutlich den Tod von bis zu 20.000 Menschen zur Folge gehabt und Schäden im Umkreis von einem Quadratkilometer verursacht.

Einige der festgenommen Verdächtigen seien aus dem benachbarten Syrien nach Jordanien eingereist, hieß es. Bei ihnen seien mehrere Fahrzeuge beschlagnahmt worden, die mit Sprengstoff, Zündern und Material zum Bombenbau voll gepackt waren.
(apa/red)

17.4.2004 17:39