Freitag, 16. April 2004

Geiselnahmen im Irak: US-Militär zu gewaltsamer Befreiung bereit

  • Aber nur mit Zustimmung der betroffenen Regierungen
  • Aufständische haben rund 40 Ausländer als Geiseln

Die USA sind - mit Zustimmung der betroffenen Regierungen - zu einer gewaltsamen Befreiung ausländischer Geiseln im Irak bereit. Sofern die USA wüssten, "wo die Leute sind, sind wir willens, eine Militäroperation zu ihrer Befreiung auszuführen", sagte der stellvertretende US-Außenminister Richard Armitage der tschechischen Nachrichtenagentur CTK am Donnerstag aus Washington.

"Wir müssen uns aber bewusst sein, dass diese Militäreinsätze manchmal gefährlich für die Geiseln sind." Deshalb wollten die USA mit den jeweiligen Regierungen besprechen, "ob sie wirklich wollen, dass wir tätig werden". Im Irak werden seit Sonntag drei tschechische Journalisten vermisst.

Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi erklärte am Donnerstagabend, er wolle "die unverzügliche und bedingungslose Freilassung" der drei italienischen Geiseln im Irak erreichen. Zuvor hatten irakische Besatzungsgegner erstmals einen der entführten Ausländer getötet, einen 35 Jahre alten Italiener. Die Geiselnehmer drohten nach Angaben des italienisches Informationsdienstes "Il Velino" damit, am Freitagabend eine zweite Geisel zu töten, wenn Italien seine Truppen nicht aus dem Irak abziehe. Derzeit sind rund 3.000 italienische Soldaten in Irak stationiert. Irakische Aufständische haben rund vierzig ausländische Geiseln in ihrer Gewalt. (apa)

16.4.2004 08:09