Dienstag, 13. April 2004

Südafrika: ANC von Präsident Mbeki kommt
auf 70 Prozent der gültigen Stimmen

  • Oppositionelle Demokratische Allianz auf Platz 2
  • Auch Regionalwahlen abgehalten: Auch hier ANC-Erfolg

Bei der dritten Parlamentswahl in Südafrika seit Ende der Apartheid hat sich am Donnerstag wie erwartet ein deutlicher Sieg des regierenden Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) abgezeichnet. Nach Auszählung fast aller Stimmen kommt der ANC auf 70 Prozent der Stimmen und sichert Präsident Mbeki eine zweite Amtszeit

Der ANC hat damit den bisher größten Wahlsieg errungen. Sein Ziel, bei den zeitgleich abgehaltenen Regionalwahlen die Macht in allen neun Provinzen des Landes zu übernehmen, dürfte der ANC allerdings verfehlt haben. In zwei Provinzen - in KwaZulu-Natal im Osten Südafrikas und in Western Cape - dürfte der ANC keine Mehrheit erreicht haben. In KwaZulu-Natal wird voraussichtlich die dort regierende Inkatha-Freiheits-Partei (IFP) die Macht behalten; in Western Cape muss der ANC wohl seine unliebsame Allianz mit der Neuen Nationalen Partei (NNP) fortsetzen.

Präsident Mbeki kündigte einen Kampf gegen Armut, Verbrechen und Krankheit an. Er werde die Erwartungen seiner Wähler nicht enttäuschen.

Bei der Parlamentswahl konnte die überwiegend aus weißen Südafrikanern bestehende Demokratische Allianz (DA) als größte Oppositionspartei ihren Stimmanteil nach den bisher vorliegenden Zahlen auf 13,92 Prozent nach 9,5 Prozent bei den Wahlen von 1999 vergrößern. Die Wahlbeteiligung lag frühen Berechnungen zufolge bei rund 75 Prozent und damit deutlich unter den 89 Prozent der vorherigen Wahl. "Wir sind hoch erfreut über das bisherige Ergebnis", sagte ein ANC-Sprecher. "Der Hurrikan beginnt zu wehen, und er weht zu unseren Gunsten."

In KwaZulu-Natal waren starke Sicherheitskräfte im Einsatz, um gewaltsame Zwischenfälle zu verhindern. Etwa 240 Soldaten mussten 30 ANC-Anhänger aus dem Gebiet der Zulus befreien, nach denen sie von IFP-Anhängern während der Auszählung angegriffen worden waren.

Als Anführer der Anti-Apartheidsbewegung hatte Nelson Mandela den ANC 1994 in den ersten freien Wahlen des Landes an die Macht geführt, nachdem er 27 Jahre lang in Gefängnissen verbracht hatte. Südafrika steht vor zahlreichen Problemen. So ist die Armut in dem Land groß, die Arbeitslosenquote liegt bei 40 Prozent und schätzungsweise jeder neunte Südafrikaner leidet an der Immunschwächekrankheit Aids.
(apa/red)

13.4.2004 22:36