Dienstag, 13. April 2004

Budapest: Israels Präsident soll doch Ziel des geplanten Anschlags gewesen sein

  • Antiterror-Chef: "Es gibt diesen Zusammenhang"
  • "Konkrete Beweise" gegen verhafteten Verdächtigen

Der in Ungarn vereitelte Terroranschlag soll entgegen früheren offiziellen Erklärungen doch in Zusammenhang mit dem Staatsbesuch des israelischen Präsidenten Moshe Katzav gestanden haben. "Ich will gar kein Geheimnis daraus machen, dass es diesen Zusammenhang gibt", sagte der Chef der Antiterror-Einheit der ungarischen Polizei, György Zsombok, am Mittwoch.

Am Vortag hatte Ungarns Polizeichef Laszlo Salgo noch betont, die Festnahme eines Palästinensers mit ungarischem Pass stehe nicht in Zusammenhang mit dem Besuch Katzavs.

Das Attentat sei aber "nicht im Auftrag aus dem Ausland" geplant gewesen, sagte Zsombok weiter. Gegen den als Verdächtigen verhafteten palästinensischen Zahnarzt mit ungarischem Pass lägen nun "konkrete Beweise" vor. Diese gründeten sich auf Aussagen der am Dienstag ebenfalls festgenommenen Syrer.

Zsombok erklärte, der Anschlag habe "einem jüdischen Museum" in Budapest gegolten. Beobachter gehen davon aus, dass es sich um die neue Holocaust-Gedenkstätte handelt, die Katzav am Donnerstag mit seinem ungarischen Kollegen Ferenc Madl einweihen wollte.

(apa)

13.4.2004 12:52