Nächstes Kapitel im Kassenstreit: Nun kommt auch Kritik aus der ÖVP
- ÖAAB-Generalsekretär Amon stellt sich gegen Haupt
- Auch Gleitsmanns Vorschlag kommt unter die Räder

·Streit um Kosten der Medikamente
Gleitsmann spricht sich gegen Einsparungen aus
·Kassenstreit: FPÖ verschärft Gangart
Millionenschaden für WGKK befürchtet
·Wr. Kassenvertrag: Ärzte reagieren
Alle Verhandlungen mit Hauptverband ausgesetzt
·Wr. Kassenvertrag erneut gescheitert!
Jetzt droht Versicherten vertragsloser Zustand
·Kassenvertrag geplatzt: Reaktionen
"Kriegserklärung", "Partei- politischer Eiertanz"
·Vertragsloser Zustand: Was dann?
Patienten zahlen beim Arzt, 80% von der Kasse zurück
Kritik sowohl an Hauptverbands-Präsident Gleitsmann als auch an Sozialminister Haupt im Zusammenhang mit dem Kassen-Streit übt ÖAAB-Generalsekretär Amon. Der Arbeiterkammer warf Amon am Sonntag vor, die Versicherten zu verunsichern. Massive Kritik gibt es auch an den jüngsten Aussagen Gleitsmanns gegen Einsparungen bei den Medikamentenkosten.
Gleitsmann hat laut "profil" an Gesundheitsministerin Rauch-Kallat geschrieben, bei der "Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen bis 2006 dürfen keine weiteren Belastungen zu Lasten der Pharmawirtschaft erfolgen". Die Wiener Ärztekammer fordert in einer ersten Reaktion den sofortigen Rücktritt von Gleitsmann. Die Doppelfunktion des Wirtschaftskammer-Funktionärs als Lobbyist der Industrie und als Führungsmitglied des Hauptverbands sei eine "klare Unvereinbarkeit", so die Wiener Ärztekammer laut "profil".
Unterdessen hat sich der koalitionäre Zwist über die WGKK (Wiener Gebietskrankenkasse) verschärft. Nachdem WGKK-Chef Bittner von einem Schaden von mehreren Millionen Euro sprach, verlangte Haupt den Rücktritt der beiden VP-nahen Hauptverbands-Präsidenten Gleitsmann und Frad, sollten sich die Schadensberechnungen bewahrheiten. Vizepräsident Gleitsmann hatte daraufhin Haupts Vorwürfe zurückgewiesen. ÖVP-Klubobmann Molterer hat am Sonntag die Rücktrittsaufforderungen zurückgewiesen. "Das ist die falsche politische Kategorie".
Was Gleitsmann betrifft, hätte sich Amon "eine bessere Koordinierung erwartet, als das der Fall war". Es sei gängige Lehre, dass ein Einsparpotenzial besteht. Gleitsmann solle aber das Interesse der Versicherten in erster Linie im Auge haben, nicht der Pharmawirtschaft, so Amon.
Amon wies auch die "Drohungen des Sozialministers" als "unangebracht" zurück. Die Führung des Hauptverbands leiste gute Arbeit, die stehe überhaupt nicht zur Diskussion. Er wehre sich aber entschieden dagegen, dass die Versicherten zu Unrecht verunsichert würden. (apa)
