Sonntag, 18. April 2004

"profil": EU-Kommission ortet mangelnde Pestizid-Kontrolle in Österreich

  • EU-Vorbericht konstatiert Mängel bei Babynahrung
  • Zu große Toleranz für pestizidverseuchte Lebensmittel

Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, äußert das Lebensmittel- und Veterinäramt der EU-Kommission in einem vertraulichen Bericht massive Kritik aufgrund der in Österreich mangelnden Kontrolle von Obst, Gemüse und Lebensmittel aus pflanzlicher Erzeugung auf mögliche gesundheitsschädliche Rückstände.

So werde nicht kontrolliert, ob die Landwirte Pflanzenschutzmittel richtig einsetzen, sowie eine zu hohe Toleranzschwelle für pestizidverseuchte Lebensmittel, was eine "ernsthafte Gefährdung für die Verbrauchergesundheit" darstellen könne, lauten zwei der Kritikpunkte der Kommission, die vergangenen Dezember einen Inspektionsbesuch in Österreich abgestattet hatte.

Die EU-Behörde ortete auch Mängel bei Babynahrung. 2002 habe die im Eigentum von Landwirtschafts- und Gesundheitsministerium befindliche Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) 104 Proben von Säuglingsnahrung analysiert. Bei 13 Proben sei der Wirkstoff Chlormequat entdeckt worden. Bei 137 anderen pestizidhältigen Obst- und Gemüseproben hätten die Behörden keine Bewertung vorgenommen, wie hoch das Risiko für die menschliche Gesundheit sei.

Die EU-Kommission bemängelte auch die mangelnde Koordination und Kooperation zwischen Bundes- und Landesbehörden bei der Einhaltung der einschlägigen EU-Verordnungen. Die zuständigen Bundesminister Maria Rauch-Kallat (Gesundheit) und Josef Pröll (Landwirtschaft) waren für eine persönliche Stellungnahme nicht erreichbar. Die Sprecherin Rauch-Kallats erklärte, bei dem EU-Bericht handle es sich "nur um einen Entwurf". Man warte ab, was von dem Endbericht übrig bleibe.

Noch mehr Infos finden Sie im aktuellen "profil"!

18.4.2004 09:05