ÖBB-Urabstimmung über neues Dienstrecht ist voll angelaufen
- Hohe Beteiligung zeichnet sich ab
- Endergebnis für 29. April erwartet
Die Urabstimmung bei den ÖBB über eine Reform des Dienstrechts ist am Montag voll angelaufen. An drei Viertel der Dienststellen wird bis Mittwoch über die ausverhandelten Änderungen und eventuelle neue Streiks abgestimmt. Ein Endergebnis wird für 29. April erwartet.
Großteils unterstützen die Eisenbahner die Linie ihrer Gewerkschaft. Einige sind aber auch kritisch, ergab eine Umfrage der APA unter den Bediensteten am Montagvormittag am Westbahnhof, einer der größten Dienststellen der ÖBB. In den ersten vier Stunden sind etwa 100 der dort 900 Stimmberechtigten zur Abstimmung gegangen. Eine hohe Beteiligung zeichne sich ab, meinte ein Wahlhelfer vor Ort.
Eisenbahnergewerkschaftschef Wilhelm Haberzettl hofft, dass zumindest zwei Drittel der österreichweit 44.700 stimmberechtigten Bediensteten zur Urabstimmung gehen werden. Für eine Zwischenbilanz sei es aber noch zu früh, hieß es am Montag aus der Gewerkschaft.
Für die Eisenbahner geht es in der Urabstimmung um eine Reduzierung der automatischen Gehaltsvorrückungen von 14 auf 9, um die Anpassung der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall an das Modell des Angestelltengesetzes sowie um eine Aufhebung des Vetorechts der Personalvertretung bei Entlassungen. Außerdem will sich die Gewerkschaft grünes Licht für neue Streiks holen, sollte die Regierung per Gesetz in das Dienstrecht eingreifen wollen.
In der Rundfrage unter den Bediensteten am Westbahnhof zeichnet sich eine Zustimmung zu beiden Punkten ab. "Auch wenn die Reformen teilweise ungerecht sind, werde ich trotzdem für die Reform stimmen", meinte ein junger Verschubmitarbeiter, den vor allem die Reduktion der Gehaltsvorrückungen trifft. Ein Schalterbediensteter meint, die Zustimmung zu den Reformen sei ein "notwendiges Übel, damit man der Gewerkschaft nicht das Wasser abgräbt."
(apa/red)
