Freitag, 16. April 2004

Österreicher sind Rad-Muffel: Nur 4 % fahren mit dem Drahtesel in die Arbeit

  • 146.000 legen Arbeitsweg mit dem Fahrrad zurück
  • Auch immer weniger Kinder treten in die Pedale

Nur vier Prozent der Österreicher fahren mit dem Rad in die Arbeit, berichtete der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) am Freitag. Auch Kinder radelten immer weniger. Dabei würde eine halbe Stunde täglich in die Pedale treten laut Weltgesundheitsorganisation WHO das Herzinfarktrisiko um 50 Prozent verringern.

146.000 der mehr als 3,4 Millionen Beschäftigten kommen mit dem Fahrrad zu ihrem Arbeitsplatz. "Dabei haben 40 Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsweg von weniger als 15 Minuten. Gerade auf kurzen Strecken ist das Fahrrad das ideale, weil schnellere, Verkehrsmittel", sagte Wolfgang Rauh vom VCÖ-Forschungsinstitut.

Radfahren hilft, überflüssige Kilos loszuwerden. Radeln mit 20 km/h "frisst" 8,56 kcal (35,86 Kilojoule) pro Stunde und Kilo Körpergewicht. Eine 70 Kilogramm schwere Person verbraucht bei einer halben Stunde Radfahren 300 kcal (1.256 kj) - das entspricht einer dicken Extrawurstsemmel.

Der VCÖ fordert, dass Politik und Betriebe mehr Anreize zum Umstieg auf das Fahrrad setzen. Positive Beispiele: Der Vorarlberger Strumpfhersteller Wolford hat mit Mobilitätsmanagement erreicht, dass 44 Prozent der Beschäftigten mit dem Fahrrad in die Arbeit kommen, 1993 waren es nur 18 Prozent. Es wurden Fahrradabstellanlagen, Duschen und eine eigene Fahrradwerkstatt eingerichtet. Unter allen Radlern werden Preise verlost.

Kinder bewegen sich heute generell zu wenig, auch das Radeln kommt zu kurz: Während 1992 die österreichischen Mädchen und Buben noch jeden 10. Weg mit dem Fahrrad gefahren sind, ist es jetzt nur mehr jeder 14. Weg. (apa)

16.4.2004 10:37