Schriftstellerin Hannelore Valencak im Alter von 75 Jahren gestorben
- Steirerin verfasste lyrische Texte, Erzählungen und Kinder- und Jugendbücher
Die vielfach ausgezeichnete österreichische Schriftstellerin Hannelore Valencak ist in der Nacht auf Karsamstag (10. 4.) 75-jährig gestorben. Dies teilte der "Europa-Literaturkreis Kapfenberg" in einer Aussendung mit. Im Mittelpunkt ihres Werkes standen selbst erfahrene Schwierigkeiten bei der Vereinbarung von Berufstätigkeit und schriftstellerischer Ambition.
Weiters veröffentlichte die auch im P.E.N.-Vorstand aktive Autorin lyrische Texte, Erzählungen und zahlreiche Kinder- und Jugendbücher. Am 23. Jänner 1929 in Leoben-Donawitz (Steiermark) geboren, wuchs Valencak in Kapfenberg auf. Bereits während ihres Physikstudiums trat sie als Lyrikerin hervor. 1962 übersiedelte sie als Patentsachbearbeiterin nach Wien, wo sie sich ab 1975 ausschließlich ihrer schriftstellerischen Karriere widmete.
Eines der Hauptthemen in Valencaks Prosatexten ist das autobiografische Problem der Vereinbarung von Beruf und künstlerischer Tätigkeit wie im Roman "Vorhof der Wirklichkeit" (1972). Bezeichnendster Aspekt des erzählerischen Werkes Valencaks ist der spielerische Umgang mit Zeit- und Bewusstseinsebenen, der im wiederholten Erleben der Vergangenheit ("Zuflucht hinter der Zeit", 1967) sowie im verändernden Eingriff in Zurückliegendes ("Das magische Tagebuch", 1981) auch die Frage nach Willensfreiheit und Vorherbestimmung stellt. Weiters veröffentlichte Valencak zahlreiche Kinderbücher, darunter "Montag früh ist nicht das Leben" (1970), "Ich bin Barbara" (1974) oder "Bettina und das eiserne Versprechen" (1989).
Ausgezeichnet wurde Valencak unter anderem mit dem Anerkennungspreis des Georg-Trakl-Preises für Lyrik des Landes Steiermark (1954), dem Lyrikpreis der Stadt Graz (1956), dem Österreichischen Staatspreis für Romane (1957), dem Peter-Rosegger- Literaturpreis des Landes Steiermark (1966) sowie dem Österreichischen Staatspreis für Kinderbücher (1977).
(apa)
