Freitag, 9. April 2004

Ärzteschaft fast zu zwei Drittel männlich! Rauch-Kallat will Abhilfe schaffen!

  • Ärztinnen soll der Zugang zu Kassenverträgen erleichtert werden!

Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat will den Frauenanteil in der Vertragsärzteschaft erhöhen. Derzeit sind Frauen im Auswahlverfahren für eine Kassenarztstelle (Allgemeinmediziner und Fachärzte) oft schlechter gereiht, da auch das Kriterium Wartezeit mit Punkten bewertet wird....

Durch Geburten und Kindererziehung kämen Frauen allerdings oft auf niedrigere Wartezeiten als ihre männlichen Kollegen und seien daher benachteiligt. Das will die Ministerin nun ändern - und zwar mit einer Novelle der Reihungskriterien-Verordnung, kündigte Rauch-Kallat im Gespräch mit der APA an.

Bei Beibehaltung des bisherigen Prozederes sei eine Verbesserung der Frauenquote kurz- und mittelfristig nicht absehbar gewesen, erläuterte die Gesundheits- und Frauenministerin. Ihr Ziel sei es nun gewesen, zwischen Bewerbern und Bewerberinnen ein ausgeglicheneres Verhältnis herzustellen.

Und das soll sich ändern: Bisher gibt es eine Reihung nach Punkten, wobei fachliche Kriterien hier ebenso herangezogen werden wie die Wartezeit eines Bewerbers. Ein Hearing werde dann unter den Erstgereihten abgehalten. Künftig soll die Reihung zwar genau so vorgenommen werden wie bisher. Nach Vorliegen der Liste sollen aber nicht nur mehr die Erstgereihten zu dem Hearing eingeladen werden, sondern auch schlechter platzierte Frauen, die allerdings eine ebenso gute Qualifikation vorweisen müssen wie die Erstgereihten.

Die Verordnung soll noch heuer in Kraft treten und mit 2005 wirksam werden.

Ärzteschaft fast zu zwei Drittel männlich

Derzeit gibt es in Österreich 37.445 Ärzte (Stand: November 2003). Davon sind 22.877 Männer und 14.568 Frauen. Bei den Turnusärzten hat das weibliche Geschlecht allerdings bereits die Nase vorn: von 6.065 Turnusärzten sind 3.405 Frauen. Dagegen sind 13.721 der insgesamt 19.574 Fachärzte Männer. Und auch die Zahnärzte sind noch zu zwei Drittel männlich. In diesem Metier stehen 213 Männer 128 Frauen gegenüber.

(apa/red)

9.4.2004 09:05