Internet schlägt CD: Neuer Musik-Boom ist der Hit der Stunde!
- Experten reden sogar von einem Ende der CD
- In Österreich startet jetzt auch eine dritte Hit-Börse
·Web-Service:
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Downloads zeigen kaum Auswirkungen
Natürlich können Sie sich das neue Album von Norah Jones im Geschäft kaufen. Aber vielleicht gefallen Ihnen von der ganzen CD nur zwei Nummern? Dann laden Sie sich doch genau diese beispielsweise über die chello musiczone herunter (www.chello.at/musiczone) - für 1,39 Euro das Stück. Kommt billiger und ist genau das, was Sie wollen.
Ab sofort spielt die Musik nämlich im Internet. Und zwar keinesfalls in Gratistauschbörsen, die mit Viren und schlechter Qualität der Musikfiles viele User zunehmend verärgern. Nein, ganz legal - auf Plattformen, die Downloads gegen Cash anbieten.
Initialzündung für den neuen Musikboom im Internet war der Erfolg des Apple-Online-Musikshops iTunes. Seit dem US-Launch vor einem Jahr hat Apple im Web 50 Millionen Songs verkauft. Nach Öffnung der Plattform auch für Microsoft-User explodierte die Zahl der Downloads immer mehr.
Web-Downloads statt CD-Kauf
Bezahlmusik aus dem Internet wird ein Fall für den Massenmarkt. "Spätestens in ein bis zwei Jahren liegt der Webanteil der Musikverkäufe zumindest in der Zielgruppe der Jugendlichen bei 100 Prozent", sagt Rainer Leeb, bei Chello verantwortlich für die musiczone. Und Albert Manzinger, Chef von EMI Austria, kann sich vorstellen, "dass Speicherchips die CD überholen". Auch für Hannes Eder, Österreich-Boss von Universal Music, ist es möglich, "dass mittelfristig legale Downloads die CD überholen". Der Musikprofi: "Eine bestimmte Zielgruppe ist weg vom Kauf physischer Tonträger und konsumiert Musik lieber via MP3-Player."
Neue Trends im Internet
Fast im Wochenrhythmus kommen neue Bezahlmusikdienste ins Netz, die aus den Flops der vergangenen Jahre gelernt haben und bessere Services bieten. Jüngster Coup: Anlässlich der CeBIT startete die lang erwartete deutsche Plattform Phonoline.de. Das Kooperationsprojekt der fünf großen Plattenfirmen (BMG, Sony, Warner, Universal, EMI) und zahlreicher kleiner Labels will bis Ende des Jahres 700.000 (!) Titel online anbieten. Dank Phonoline kriegt der Webmusik-Verkauf in Deutschland jetzt einen kräftigen Kick. Die Plattform ist zunächst nur für Händler im deutschen Netz zugänglich, könnte aber mittelfristig fürs Austroweb adaptiert werden.
Dritter Player für Österreich
Nach Aon und Chello hat mit Tiscali soeben der dritte Player den Markt betreten. Der im deutschen und französischen Netz bereits erfolgreiche Tiscali Music Club wurde in die Website des Austro-Portals Tiscali.at integriert und ist jetzt auch für österreichische User zugänglich. Im Angebot: über 250.000 Titel von Pink bis Kylie Minogue ab 75 Cent pro Download. Brennen und Kopieren der Songs inklusive.
Die drei Austro-Plattformen sind offen für alle Internetuser, man muss kein Kunde des betreffenden Providers sein. Einzige Einschränkung: Derzeit können nur Kreditkartenbesitzer die Downloadsongs kaufen. Weitere Bezahlmethoden sollen im Laufe des Jahres folgen.
Gemessen am kleinen österreichischen Markt, haben die heimischen Bezahlmusikdienste voll eingeschlagen. "Angesichts hoher Internetnutzung und Breitbanddichte in Österreich erwarten wir eine große Akzeptanz solcher Services", so Universal-Chef Eder beim Launch des Aon Musicdownloads.
Webmusik wird überall verkauft
Am Milliardenmarkt der Onlinemusik wollen jetzt auch Branchen mitnaschen, die mit Musik bisher nichts am Hut hatten. Hits aus dem Web werden künftig mit Getränken, Fast Food oder Klamotten verkauft - kurz: mit allem, was trendy ist.
So hat Brause-Gigant Coca-Cola im Jänner im britischen Netz eine eigene Download-Plattform gelauncht (mycokemusic. com). Läuft dank Promotionaktionen mit Gratisdownloads hervorragend und soll der Marke Coca-Cola zusätzlichen Imagegewinn bringen.
Auf diesen Zug springt jetzt auch McDonald's auf und startet im Juni in sieben Ländern das Projekt "Music at McDonald's". Zu Big Mac und Fritten gibt's künftig einen Code, mit dem man sich auf der Website des Sony-Musikdienstes Connect (wird im Juni gelauncht) einen Song downloaden kann. Die Coffeeshop-Kette Starbucks verkauft in den USA zum Kaffee ebenfalls Musik.
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