Mittwoch, 7. April 2004

American Dream: Wie sich Andi Herzog auf Anhieb in die Herzen der Fans kickte.

  • Tor zum Einstand, Britney als Nachbarin.

Andreas Herzog: Der Ex-Teamkapitän ist der erste Österreicher in der US-Fußball-Liga. NEWS besuchte ihn in Kalifornien und blickte hinter die Kulissen. Alles über „Herzileins“ neues Leben.

Der Mann an der Seitenoutlinie würde keinem auffallen, wären da nicht seine eidottergelben Socken und die zwei dunkel gekleideten Bodyguards, Typ Cornetto. Philip Anschutz kann es sich leisten, denn das Privatvermögen des amerikanischen Geschäftsmannes wird mittlerweile auf 1,6 Milliarden US-Dollar geschätzt. Er ist nicht nur der Chef der Basketball-Superstars Shaquille O’Neal und Kobe Bryant, sondern seit kurzem auch jener von Österreichs Kickexport Andreas Herzog.

Donnerstagvormittag im Home Depot Center, dem nagelneuen Stadion von L. A. Galaxy. Der Boss hat es sich nicht nehmen lassen, seiner Neuerwerbung persönlich auf die Beine zu schauen. Während Herzog einen Freistoß nach dem anderen Richtung Tor zirkelt, gibt Anschutz am Spielfeldrand bereitwillig Auskunft. „Wir erwarten uns sehr viel von Herzog“, erklärt er mit einem freundlichen Lächeln. „Aber ich bin mir sicher, dass wir noch sehr viel Freude mit ihm haben werden.“ Lange musste er gar nicht warten. Am vergangenen Samstag, beim Anpfiff in die neue Saison der Major League Soccer wurde Herzog allen Erwartungen mehr als gerecht. Vor knapp über 25.000 Zuschauern brillierte der Wiener von Anpfiff an, riss das Spiel an sich, lief sich immer wieder frei, war die spielbestimmende Person auf dem Feld. Und erzielte beim 3:2-Sieg von Galaxy gegen New England Revolution mit einem trockenen Linksschuss das 2:1.

Toller Einstand. Herzogs Einstand in der US-Profiliga war – wie es sich für Hollywood gehört – filmreif. Und NEWS war mit dabei am „Set“. Gleich im ersten Spiel hat sich Herzog, oder „Duke“, wie ihn die Amis nennen, in die Herzen der Fans gespielt. Dementsprechend gut gelaunt präsentiert er sich dann tags darauf beim Interview in Los Angeles. „Bis jetzt hab ich jede Minute hier genossen. Für mich ist wirklich ein Traum in Erfüllung gegangen. So kann ich meine Karriere schön ausklingen lassen“.

Schon im Februar hatte Herzog den Deal mit Galaxy perfekt gemacht. In geheimer Mission war er nach Kalifornien gejettet. Der Lockruf kam von keinem Geringeren als Jürgen Klinsmann. Der deutsche Ex-National- und -Bayern-Spieler lebt seit Jahren, verheiratet mit einer Amerikanerin, in Los Angeles. Und ist seit heuer Sportdirektor bei Galaxy. Ihm verdankt Herzog den Sprung über den Großen Teich. Klinsmann: „Ich hatte den Andi schon seit längerer Zeit im Visier, denn als Fußballer ist er eine Rarität. Er ist ein ganz besonderer Spieler mit ganz eigenen Qualitäten. Genau, was wir brauchen.“

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7.4.2004 17:09