Her mit Sprit-Profit! Nach gescheitertem Preisgipfel geraten Grasser & Co ins Visier
- Staat casht 200 Mio. bei Ölpreisexplosion mit

Die Explosion der Spritpreise pünktlich zum Osterferienstart sorgt für Empörung. Kommt es noch schlimmer?
Auf diesen Osterhasen hätten Österreichs Benzinbrüder und -schwestern gut und gerne verzichten können. Rechtzeitig zu Beginn des Reiseverkehrs wurden die Spritpreise um bis zu drei Cent pro Liter erhöht. Fazit: Eine durchschnittliche Tankfüllung kostet jetzt schon rund 50 Euro.
Grund genug für einen Aufschrei von Autofahrerklubs, Arbeiterkammer und Politikern. Allen voran der für Konsumentenschutz zuständige FP-Minister Herbert Haupt, der sogar mit einer amtlichen Preisregelung droht. Freilich wurde Anfang dieser Woche klar, dass es sich beim rasch einberufenen Benzinpreisgipfel bloß um eine Beruhigungspille gehandelt hat. Denn die Mineralölwirtschaft denkt nicht daran, auf politische Zurufe zu reagieren, und die Volkspartei will ebenfalls zuwarten.
Grasser kassiert 200 Millionen. Dabei hätte es die Politik sogar in der Hand, Österreichs Autofahrern das Leben leichter zu machen – und die Mineralölsteuer zu senken. Spielraum wäre vorhanden: Derzeit wandern etwa bei Eurosuper 65 Prozent des Preises (inklusive Mehrwertsteuer) direkt in die Kassen von Finanzminister Karl-Heinz Grasser.
Der denkt allerdings nicht daran, die Steuerbelastung zu minimieren. Zumal der von Budgetsorgen geplagte Grasser der Hauptprofiteur der florierenden Erdölgeschäfte ist. In Summe, so die Schätzungen der Autofahrerklubs, lukriert der Finanzminister heuer wegen der höheren Preise – und der erst Anfang 2004 erhöhten Mineralölsteuer – rund 200 Millionen Euro Mehreinnahmen.
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