Mittwoch, 7. April 2004

Ein Medizinmann kehrt heim: Klausjürgen Wussow wird wieder Prof. Brinkmann

  • Happy End: Wussow heiratete Sabine.
  • Lokalaugenschein bei einem Jungvermählten.

Allmählich wird dieser Mediziner zum Wiedergänger, wie man früher die Zombies nannte. Eben erst hat Klausjürgen Wussow, der am 30. April 75 wird, als Dr. Frank Hofmann sein Leben unter den Palmen von Kuba verröchelt. Nach dem sich anbahnenden Osterwunder der Auferstehung zieht es den Doktor nun in die alte Heimat: Die „Schwarzwaldklinik“, in den Achtzigern erste Soap der deutschsprachigen TV-Geschichte, soll wieder aufsperren.

Und das ist die beruflich gute Nachricht, die Wussow dringend gebrauchen kann. Als Klinikchef Professor Brinkmann wurde er zum überregionalen Hausfrauentröster und verdiente die Abermillionen, die jetzt weg sind. Den Tatort Schwarzwald inspizierte er schon am vergangenen Samstag. Da wurde er mit dem Edgar-Wallace-Preis ausgezeichnet, und da trafen wir ihn zum doppelt freudigen Anlass.

Denn nach einer Lebenskrise, die ihn bis in die Insolvenz führte, hat Wussow am 24. März in Berlin in vierter Ehe Sabine Scholz, Witwe des verewigten Bubi, geheiratet.
Sattbraun („von der Höhensonne“, wie er später einbekennt) posiert er vor dem Hotel Neustädter Hof im Schwarzwald, schreibt Autogramme, betreut eine bemerkenswert große Restpopulation von Anhängern. „Dr. Brinkmann?“ Eine Frau mit französischem Akzent nähert sich. „Ich bin Chantal und habe erfahren, dass Sie hier sind, ich kenne ihre Serie aus dem französischen Fernsehen.“ Zwei Autostunden lang war sie angereist, um ihn zu sehen.

So etwas macht auch den Produzenten Mut, und wir staunen: Das soll der Prügelknabe der Scholzwitwe sein, der noch vor fünf Wochen in die Demenz geschrieben wurde? Wolfgang Rademann, der mit genialem Gespür die „Schwarzwaldklinik“ erfand, plant zum Zwanzigjahrejubiläum der Serie ein Special. Und zwar ernsthaft, denn Rademann meldet sich auf NEWS-Ersuchen vom Set im Oman, wo er den Dreh des Dauerpritschlers „Traumschiff“ überwacht.
Nicht ohne Brinkmann. Ja, 2005 stehe das Jubiläum an. „Aus diesem Anlass überlegen wir ein einmaliges Special wie bei ,Dallas ‘ und ,Dynasty‘. Was und wie wir es machen, wissen wir noch nicht. Nur das kann ich ihnen jetzt schon sagen: Ohne Wussow geht es nicht, denn er ist Brinkmann. Ich werde ihn im Sommer in Wien treffen, dann werden wir bei einer Melange alles besprechen. Und die Scholz spielt sicher nicht mit, wie es bereits in der „Bild“-Zeitung stand.“

In den achtziger Jahren fuhr er mit der Serie einen Rekord von 28 Millionen Sehern ein und pushte den unterbeschäftigten Burgschauspieler Wussow zum Kult-Doktor. Nun seien Wussow für den einmaligen Auftritt 15.000 Euro geboten, kolportierte erregt die „Bild“-Zeitung, die Wussow noch vor kurzem zum Trottel an der Schwelle zur Nichtsesshaftigkeit erklärt hatte. Rademann: „Darüber habe ich Tränen gelacht. Denn Wussow verdiente pro Folge in den achtziger und neunziger Jahren gerade 15.000 Mark. Über seine Gage werden wir noch sprechen. Ich glaube auch diese Demenzgeschichte nicht. Aber ich muss ihn mir natürlich ansehen, wie er jetzt aussieht“, so Rademann. Wir sahen ihn uns schon jetzt an.

Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS
PLUS: Wolfgang Rademann über das „Schwarzwaldklinik“-Special
PLUS: Wussow im Interview: „Schauspieler sind Kinder. Ich hatte zu vielen vertraut“

7.4.2004 16:11