"Luxushotel-Affäre" um Bundesbank-Chef: Deutsche Opposition will Gehalt kürzen
- Wie bei einem Disziplinarverfahren gegen Beamte
- FORMAT: Nationalbank zahlte Welteke Sacher-Suite

In Deutschland hat die oppositionelle Union eine Gehaltskürzung für den durch die "Luxushotel-Affäre" in die Schlagzeilen geratenen Bundesbank-Präsidenten Ernst Welteke gefordert. Solange Welteke seine Amtsgeschäfte ruhen lasse, solle ihm - wie bei einem Disziplinarverfahren gegen Beamte - das Gehalt gekürzt werden, fordert der Parlamentarische CDU/CSU-Fraktionsgeschäftsführer Volker Kauder.
Kauder verlangt in der "Welt am Sonntag" aber auch Aufklärung der Gerüchte, wonach die Ablösung Weltekes vom Finanzministerium unter anderem deshalb betrieben werde, damit ein neuer Bundesbank-Chef den Goldschatz im Wert von rund 38 Milliarden Euro verkaufen könne. Der deutsche Finanzminister Eichel wolle mit dem Geld rechtzeitig vor der Bundestagswahl 2006 eine großzügige Bildungsoffensive finanzieren. Dazu werde die Union die Bundesregierung in den nächsten Tagen befragen.
Allerdings scheinen die Unterschiede zwischen Welteke und Eichel in diesem Punkt nicht sonderlich gravierend. Auch Welteke will das Gold verkaufen, um dann über einen Fonds Bildung und Forschung in Deutschland zu finanzieren. Meinungsunterschiede gibt es im Prozedere.
Der Bundesbank-Vorstand hatte nach einer rund achtstündigen Krisensitzung Welteke aufgefordert, sein Amt vorerst ruhen zu lassen. Dem entsprach Welteke. Hintergrund war der umstrittene Hotelaufenthalt von Welteke und seiner Familie zur Euro- Einführung in Berlin Silvester 2001, der zunächst von der Dresdner Bank bezahlt worden war. Die Führung der Bundesbank stufte dies nicht als schwere Verfehlung ein, die eine Entlassung Weltekes gerechtfertigt hätte. Welteke wird der Bundesbank zufolge nun sein Amt bis zu einem Ergebnis der strafrechtlichen Ermittlungen gegen ihn ruhen lassen. (apa)
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