Höchste Makler-Provisionen Europas: Die Abzocker sitzen in Österreich!
- 23 Prozent einer Jahresmiete müssen bezahlt werden
- Deutschland mit nur 13 % auf Rang 2 in Europa
"Österreich ist ein Schlaraffenland für Wohnungsmakler", lautet das Ergebnis einer Untersuchung von 200 über Makler inserierte Wohnungsangebote durch die Arbeiterkammer. Für eine gleiche Mietwohnung müsse ein Mieter in Österreich eine um 70 Prozent höhere Maklerprovision zahlen als in Deutschland. Ursache sei, dass die in der Maklerverordnung festgelegten Provisions- Obergrenzen viel zu hoch seien.
Bei den untersuchten Mietwohnungen haben die Makler laut AK für eine Wohnung unter 100 Quadratmeter im Durchschnitt 2.370 Euro (33 Euro je m2) brutto als Provision von den Mietern verlangt, für eine Wohnung über 100 Quadratmeter 5.680 Euro brutto (40 Euro je m2). Fast alle Makler hätten die höchstmögliche Provision verlangt, nur 15 Prozent seien unter der gesetzlichen Obergrenze geblieben. "Es kann nicht sein, dass junge Familien mehr als 3.000 Euro zahlen müssen, nur damit sie einmal den Wohnungsschlüssel bekommen", so AK-Präsident Tumpel.
Die Nettoprovision, die der Makler vom Mieter verlangen darf, kann in Österreich die dreifache Gesamtmiete ausmachen, exklusive der auf die Miete entfallenden Mehrwertsteuer. Bei einem Dreijahresvertrag darf der Makler bis zur doppelten Gesamtmiete als Provision verlangen. In den meisten der untersuchten Fälle sei aber die Mehrwertsteuer auf den Mietzins nicht herausgerechnet worden, so die AK. Damit sei die Provision höher geworden.
Etliche Makler hätten auch Heizkosten oder Warmwasserkosten in ihren Prozentzuschlag eingerechnet. Die AK rät den Mietern, die Maklerprovisionen genau zu überprüfen, da in einigen Fällen überhaupt keine Maklerprovision verrechnet werden darf. Beispielsweise wenn der "Makler" der bestellte Hausverwalter des Hausbesitzers ist, oder wenn ein bestehender Mietvertrag nur verlängert oder erneuert wird.
Durchschnittlich zahlen die Mieter in Österreich laut AK 22,7 Prozent der Jahresmiete als Maklerprovision. In Deutschland sind es nur 13,3 Prozent, in Italien beispielsweise 3,5 Prozent. In einigen Ländern wie Belgien, Norwegen oder der Schweiz ist die Einschaltung von Maklern nicht üblich. (apa)
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