Affäre Welteke: Deutsche Regierung fordert Rücktritt des Bundesbank-Chefs
- Ministerium: Ruhenlassen der Geschäfte nicht genug
- Zeitung: Welteke ließ sich Opernball-Besuch bezahlen

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Österreich-Urlaub auf Kosten der Bank!
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Strategien gegen die Taktiken des Chefs
Die deutsche Bundesregierung hat Bundesbank-Präsident Welteke zum Rücktritt aufgefordert. Ein Ruhenlassen der Geschäfte, wie dies Welteke auf Empfehlung des Bundesbank-Vorstandes am Mittwoch zugesagt hatte, reiche nicht aus, machte das Finanzministerium deutlich.
Der Bankier steht wegen mehrerer von Geldinstituten gesponserter Urlaube stark unter Druck. Nach Auffassung von Beobachtern wird sich Welteke kaum länger halten können, zumal der Bundesbankchef nicht aus den Schlagzeilen kommen dürfte.
Nach neuen Informationen der "Bild"-Zeitung hat sich Welteke mehrmals zu Opernball-Reisen nach Wien einladen lassen. Das Blatt berichtet, Welteke sei auch im Jahr 2002 auf Einladung einer großen deutschen Geschäftsbank in der Staatsoper zu Gast gewesen. Wie bereits zwei Jahre zuvor habe Welteke auch in diesem Fall nicht nur den Ball am 7. Februar besucht, sondern sei deutlich länger in Österreich geblieben. Die Österreichische Nationalbank bestätigt, dass Welteke auf ihre Einladung im Jahr 2000 am Wiener Opernball teilgenommen habe.
Der Bundesbank-Vorstand hatte mehr als sieben Stunden über die Zukunft Weltekes beraten und ihm schließlich empfohlen, seine Amtsgeschäfte ruhen zu lassen. Einen hinreichenden Grund für eine Abberufung gebe es jedoch nicht, teilte das Gremium mit. Im Rat der Europäischen Zentralbank soll Bundesbank-Vize Stark Welteke vertreten.
Berlin kritisierte, der Beschluss des Bundesbank-Vorstandes trage dem Ziel nicht Rechnung, das hohe Ansehen der Institution zu bewahren. Die Bundesregierung gehe davon aus, dass der Bundesbank- Präsident "die notwendigen Konsequenzen ziehen wird", teilte das Ministerium mit.
(apa)
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