Mittwoch, 7. April 2004

Streit um goldenen Osterhasen: Familien- betrieb im Clinch mit Lindt & Sprüngli

  • Stein des Anstoßes ist ein rotes Mascherl

Ein goldener Schokolade-Osterhase bescherten einem burgenländischen Familienbetrieb einen Markenstreit mit dem Schweizer Schokohersteller Lindt & Sprüngli. Stein des Anstoßes ist ein Hase mit rotem Mascherl, den die Firma Hauswirth in Kittsee seit den achtziger Jahren produziert. Zum Missfallen des Schokoriesen Lindt & Sprüngli, der sich im Jahr 2000 die Markenrechte dafür gesichert hatte und nun gerichtliche Schritte gegen die Konkurrenz einleitete.

Anfang März dieses Jahres flatterte dem burgenländischen Unternehmer eine Klage auf den Tisch, der eine einstweilige Verfügung folgte. Sobald sie zugestellt und damit rechtswirksam ist, haben die Schokohasen aus Kittsee vorerst ausgehoppelt. Doch Geschäftsführer Roman Hauswirth gibt sich kämpferisch und will notfalls den Zug durch alle Instanzen antreten.

Der 1949 als Konditorei gegründete Familienbetrieb in Kittsee wird von Hauswirth mittlerweile in der dritten Generation geführt. Im Vorjahr produzierte der Betrieb an die zwölf Millionen Schokohäschen. Auslöser des Markenstreits ist der in Größen zu 50 und 125 Gramm gefertigte, sitzende "Prachthase", der seinem Konkurrenten aus dem Hause Lindt tatsächlich stark ähnelt.

Schreiben von verschiedenen Firmen-Anwälten bekam der Unternehmer schon öfter: Unter anderem sei er "schon wegen der Verwendung sechseckiger Schachterln abgemahnt worden", so Hauswirth im APA- Gespräch. Die laut seinem Rechtsbeistand bereits erlassene Verfügung der Firma Lindt sei ihm noch nicht zugestellt worden. Sollte er die Schokohasenproduktion einstellen müssen, wäre dies "massiv existenzbedrohend", meint der Unternehmer.
(apa)

7.4.2004 18:38