Montag, 5. April 2004

Privatisierungspläne für EdF und GdF: Frankreichs Premier bestätigt sie

  • Laut Raffarin wird Statutenänderung demnächst vorgenommen

Frankreichs Premierminister Jean-Pierre Raffarin (UMP) hat erklärt, dass die umstrittene Umwandlung der staatlichen Energiekonzerne Electricite de France (EdF) und Gaz de France (GdF) bereits in nächster Zeit vorgenommen werden soll. Die Privatisierungspolitik solle noch weiter beschleunigt werden, sagte der Regierungschef im Rahmen einer Parlamentsdebatte.

"Wir werden die nötigen juristischen Änderungen zur Anpassung an den neuen europäischen Rechtsrahmen vornehmen, um den beiden Juwelen unter unseren Staatsbeteiligungen, der EdF und Gaz de France und ihren 140.000 Bediensteten eine sichere Zukunft zu bieten", sagte der rechtsliberale Politiker wörtlich. EdF ist in Österreich mit 25 Prozent und einer Aktie am steirischen Stromversorger EStAG beteiligt.

Gegen das Privatisierungsprojekt, das EdF und GdF auf die vollkommene Öffnung des Energiesektors in der Europäischen Union vorbereiten soll, haben sich die Arbeitnehmerorganisationen ausgesprochen. Für den kommenden 8. April wurde in den beiden Betrieben eine Arbeitsniederlegung ausgerufen.

Zum 1. Juli muss Frankreich seinen Strommarkt für 2,3 Millionen Geschäftskunden (Unternehmen und Gebietskörperschaften) der Konkurrenz öffnen. Die Privatkunden müssen bis zum 1. Juli 2007 auf die völlige Öffnung des französischen Strommarktes warten.
(apa, red)

5.4.2004 18:16